Freitag, 31. August 2012
Ich bin verliebt aber meine Zeit ist gekommen...
sarina1809, 17:55h
Heute möchte ich euch über meine neue Liebe, meine Zeit in Lecce und meine Erlebnisse erzählen.
Aktuell sitze ich im „Pullman“ -Reisebus in Richtung Firenze. 13,5 Stunden Busfahrt und ich habe erst 3,5 hinter mich gebracht.
Vor 3,5 Stunden habe ich mich tränenreich von meinen tollen, neuen Freunden in Lecce verabschiedet. Massimiliano, Marco, Martina und Stephanie haben mich zum Bus gebracht, nachdem Marco für uns bei Martina gekocht hat. -Nicht, dass ihr dem Eindruck bekommt ich wäre hier faul, ich habe auch ein- oder zweimal gekocht und außerdem möchte Marco kochen. Er sagt immer, dass Italiener ihre Gefühle im Essen zeigen und wenn ein Italiener mal Gefühle zeigen will, kann ich ihn ja nicht hindern, oder??
Vor 5 Wochen bin ich also durch ein Zufall in Lecce gelandet und durch eine schöne Bekanntschaft im Cafè auch da hängen geblieben. Ich weiß nicht, ob es wo anders besser gewesen wäre, aber für mich war Lecce perfekt. Genau das was ich gebraucht habe.
Wie schon oft erzählt habe ich tolle Menschen kennengelernt, zum ersten Mal (und zweiten Mal) im Leben am Strand geschlafen, unglaublich gut gegessen, mal wider nach Jahren mehrmals Tränen gelacht und wunderschöne Orte gesehen. Zum Beispiel war ich vor zwei Tagen für eine Nacht in Matera. Das ist eine Stadt in den Bergen zwei Stunden nördlich von Lecce. Wenn ich IN den Bergen schreibe, dann meine ich das Buchstäblich. Denn die Stadt ist tatsächlich in die Berge hinein gebaut. Seit über 6000 Jahre leben da Menschen. Allein mit diesem Gedanken durch die Stadt zu laufen, aber auch die Menschen die so offen und interessiert sind und nicht zuletzt der kalte Nordwind „Tramontana“ bereiteten mir Gänsehaut. Alle haben bevor ich hin bin gesagt: „Matera is Magic, you will love it“ und alle hatten recht.
Außerdem bin ich zum Leid meiner Mutter von tollen Klippen herunter gesprungen und hab aus ganzer Seele dabei geschrien. Es macht so einen Spaß zu schreien. Wenn man "schreien" zum Hobby haben könnte, dann würde ich es als Hobby wählen. Es befreit, erleichtert, bringt einen selbst und andere zum Lachen, und erinnert daran, dass man gerade was außergewöhnliches erlebt. Ich liebe es!!
Wie es sich gehört, habe ich mich auch in Lecce -natürlich paar Tage vor der Abreise- gnadenlos verliebt. Dazu gleich.
Aber ich habe auch einiges über mich gelernt. Gut, zugegeben, das Meiste habe ich mir schon immer gedacht/gewusst, aber ich hätte nicht gedacht, dass Andere es auch so schnell erkennen. Zum Beispiel hat Marco, sobald er gemerkt hat, dass ich Hunger habe, mir sofort was zum Essen gebracht, weil ich angeblich hungrig nicht in der Lage bin klar zu denken und zu reden.Ts, Könnt ihr das glauben??
Ich habe hier aber auch gelernt, dass das Gras nicht immer grüner ist auf der anderen Seite zum Beispiel bin ich gestern Nacht von einem unglaublich lauten Knall aufgewacht, als ein paar Häuser entfernt irgendwas in die Luft gesprengt wurde. Ja, ihr habt richtig gelesen. Natürlich spricht keiner darüber und keiner weiß was genaues, aber hinter vorgehaltener Hand redet man davon, dass die Mafia irgendwas mit der Explosion zu tun hat.
Kommen wir aber zum schönsten Teil. Am Wochenende sind wir auf ein Fest, „Notte della Taranta“, gegangen und dort habe ich mich binnen wenigen Minuten verliebt. Ich will euch mal so schnell wie möglich erklären was die „Notte della Taranta“ ist. Die Tarantel ist bekanntermaßen eine Spinne. Diese gibt es in Salento (so nennt man das Gebiet im „Absatz“ Italiens). Ich kann auch bezeugen, dass es sie gibt, denn ich habe eine in ihrem Netz gesehen. Es gibt die Legende, dass das Gift dieser Spinne Frauen wahnsinnig macht und wenn eine Frau von ihr gestochen wurde, musste sie tanzen um das Gift aus ihrem Körper zu kriegen. Der Tanz ist sehr extrovertiert und nüchtern betrachtet auch etwas wahnsinnig. Aber, wenn man daran denkt, dass Frauen im Mittelalter kein besonders freies Leben geführt haben und sie nur wenige bis gar keine Wege hatten ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, dann ist es genau richitg, wichtig und nötig gewesen, dass es diesen Tanz gab. Jedes Verhalten (beim Tanz) wurde akzeptiert, selbst, wenn sie ihre Männer geschlagen haben, geschrien haben oder ihre Kleidung von Leib gerissen haben. (Ich finde die arabischen Länder könnten heute auch so ein Tanz gebrauchen)
Aber auf der Tarantel-Nacht tanzen nicht nur verrückte Frauen. Es wird auch Pizzica getanzt. Was ist Pizzica? Pizzica ist der schönste, erotischste, liebevollste, verspieltest und spaßigste Tanz auf dieser Welt. Vergesst Tango, Walzer und was ihr noch sonst so kennt. Wenn ihr wahre Leidenschaft sehen wollt, dann schaut euch Pizzica an. Wenn ihr Frauen euch sexy, unnahbar, erotisch, schön, begehrt und geliebt fühlen wollte, TANZT Pizzica. Nur wenn ich darüber schreibe klopf mein Herz schon schneller. Ich bin verliebt wie ich noch nie war.
Da wir in Italien sind, kann es bei diesem Tanz natürlich nicht einfach nur darum gehen sich zu einer Melodie zu bewegen. Er muss eine Geschichte, eine Bedeutung haben.
Es ist so simpel wie es nur sein kann:
ER will SIE, SIE lässt ihn zappeln.
Sie ist die Tarantel. Diese haust natürlicherweise in meinem von ihr gesponnen Tunnel. Aus diesem kommt das Opfer nicht mehr raus, wenn es einmal drin ist. Also tanzt er um sie herum. Sie dreht sich, spinnt ihr Tunnel weiter, lässt ihn sehr nah an sich heran kommen aber wendet sich weg, wenn er glaubt sie erreicht zu haben. Er geht in die Knie vor Herzschmerz (der Sänger singt : UN DOLORE PROVENIENTE DAL CUORE - ein Schmerz kommt aus meinem Herzen), rafft sich aber wieder auf und versucht sie zu berühren... Er erreicht sie aber nie...
Mann und Frau berühren sich bei diesem Tanz NIE.
Und jetzt kommt das aller Beste an diesem Tanz. Es ist keine Schnulzenmusik!!!
Der Rhythmus und die Schritte so schnell, dass man Angst hat das Gleichgewicht zu verlieren. Innerhalb von Minuten ist man Nassgeschwitzt und die Endorphiene spielen im Blutkreislauf verrückt.
Ich habe auch schon eine Theorie wo der Name Pizzica her kommt, aber leider hat mir das noch kein Salentino bestätigen können. „Pizzicare“ ist das italienische Wort für „zwicken“ ich glaube, dass es daherkommt. Ich muss das mal Googeln...
Ich wäre gerne proffesionellle Pizzica-Tänzerin. Ich hätte es so gerne richtig gelernt und viel öfter getanzt. Es macht so glück diesen Tanz zu tanzen.
Naja, es ist jetzt halb vier Uhr in der Nacht. In 6,5 Stunden bin ich für einen Tag in Firenze um in Firenze noch ein echtes Florentina-Steak zu essen. Man nächsten morgen reise ich weiter nach Verona, wo ich in der Arena „Tosca“ zusammen mit meinen lieben Freunden aus Süd Tirol sehen werde.
Wenn ich so darüber nachdenke ist meine freie Zeit schon fast um und wisst ihr was das Schlimmste daran ist, wenn man weg von allem ist während das Leben für die Anderen ganz normal weiter geht? Man ist sich nie sicher, ob man vergessen oder vermisst wird...
So, ich schlafe jetzt besser mal, sonst bin ich morgen Bewegungsunfähig. Nacht
Aktuell sitze ich im „Pullman“ -Reisebus in Richtung Firenze. 13,5 Stunden Busfahrt und ich habe erst 3,5 hinter mich gebracht.
Vor 3,5 Stunden habe ich mich tränenreich von meinen tollen, neuen Freunden in Lecce verabschiedet. Massimiliano, Marco, Martina und Stephanie haben mich zum Bus gebracht, nachdem Marco für uns bei Martina gekocht hat. -Nicht, dass ihr dem Eindruck bekommt ich wäre hier faul, ich habe auch ein- oder zweimal gekocht und außerdem möchte Marco kochen. Er sagt immer, dass Italiener ihre Gefühle im Essen zeigen und wenn ein Italiener mal Gefühle zeigen will, kann ich ihn ja nicht hindern, oder??
Vor 5 Wochen bin ich also durch ein Zufall in Lecce gelandet und durch eine schöne Bekanntschaft im Cafè auch da hängen geblieben. Ich weiß nicht, ob es wo anders besser gewesen wäre, aber für mich war Lecce perfekt. Genau das was ich gebraucht habe.
Wie schon oft erzählt habe ich tolle Menschen kennengelernt, zum ersten Mal (und zweiten Mal) im Leben am Strand geschlafen, unglaublich gut gegessen, mal wider nach Jahren mehrmals Tränen gelacht und wunderschöne Orte gesehen. Zum Beispiel war ich vor zwei Tagen für eine Nacht in Matera. Das ist eine Stadt in den Bergen zwei Stunden nördlich von Lecce. Wenn ich IN den Bergen schreibe, dann meine ich das Buchstäblich. Denn die Stadt ist tatsächlich in die Berge hinein gebaut. Seit über 6000 Jahre leben da Menschen. Allein mit diesem Gedanken durch die Stadt zu laufen, aber auch die Menschen die so offen und interessiert sind und nicht zuletzt der kalte Nordwind „Tramontana“ bereiteten mir Gänsehaut. Alle haben bevor ich hin bin gesagt: „Matera is Magic, you will love it“ und alle hatten recht.

Außerdem bin ich zum Leid meiner Mutter von tollen Klippen herunter gesprungen und hab aus ganzer Seele dabei geschrien. Es macht so einen Spaß zu schreien. Wenn man "schreien" zum Hobby haben könnte, dann würde ich es als Hobby wählen. Es befreit, erleichtert, bringt einen selbst und andere zum Lachen, und erinnert daran, dass man gerade was außergewöhnliches erlebt. Ich liebe es!!
Wie es sich gehört, habe ich mich auch in Lecce -natürlich paar Tage vor der Abreise- gnadenlos verliebt. Dazu gleich.
Aber ich habe auch einiges über mich gelernt. Gut, zugegeben, das Meiste habe ich mir schon immer gedacht/gewusst, aber ich hätte nicht gedacht, dass Andere es auch so schnell erkennen. Zum Beispiel hat Marco, sobald er gemerkt hat, dass ich Hunger habe, mir sofort was zum Essen gebracht, weil ich angeblich hungrig nicht in der Lage bin klar zu denken und zu reden.Ts, Könnt ihr das glauben??
Ich habe hier aber auch gelernt, dass das Gras nicht immer grüner ist auf der anderen Seite zum Beispiel bin ich gestern Nacht von einem unglaublich lauten Knall aufgewacht, als ein paar Häuser entfernt irgendwas in die Luft gesprengt wurde. Ja, ihr habt richtig gelesen. Natürlich spricht keiner darüber und keiner weiß was genaues, aber hinter vorgehaltener Hand redet man davon, dass die Mafia irgendwas mit der Explosion zu tun hat.
Kommen wir aber zum schönsten Teil. Am Wochenende sind wir auf ein Fest, „Notte della Taranta“, gegangen und dort habe ich mich binnen wenigen Minuten verliebt. Ich will euch mal so schnell wie möglich erklären was die „Notte della Taranta“ ist. Die Tarantel ist bekanntermaßen eine Spinne. Diese gibt es in Salento (so nennt man das Gebiet im „Absatz“ Italiens). Ich kann auch bezeugen, dass es sie gibt, denn ich habe eine in ihrem Netz gesehen. Es gibt die Legende, dass das Gift dieser Spinne Frauen wahnsinnig macht und wenn eine Frau von ihr gestochen wurde, musste sie tanzen um das Gift aus ihrem Körper zu kriegen. Der Tanz ist sehr extrovertiert und nüchtern betrachtet auch etwas wahnsinnig. Aber, wenn man daran denkt, dass Frauen im Mittelalter kein besonders freies Leben geführt haben und sie nur wenige bis gar keine Wege hatten ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, dann ist es genau richitg, wichtig und nötig gewesen, dass es diesen Tanz gab. Jedes Verhalten (beim Tanz) wurde akzeptiert, selbst, wenn sie ihre Männer geschlagen haben, geschrien haben oder ihre Kleidung von Leib gerissen haben. (Ich finde die arabischen Länder könnten heute auch so ein Tanz gebrauchen)
Aber auf der Tarantel-Nacht tanzen nicht nur verrückte Frauen. Es wird auch Pizzica getanzt. Was ist Pizzica? Pizzica ist der schönste, erotischste, liebevollste, verspieltest und spaßigste Tanz auf dieser Welt. Vergesst Tango, Walzer und was ihr noch sonst so kennt. Wenn ihr wahre Leidenschaft sehen wollt, dann schaut euch Pizzica an. Wenn ihr Frauen euch sexy, unnahbar, erotisch, schön, begehrt und geliebt fühlen wollte, TANZT Pizzica. Nur wenn ich darüber schreibe klopf mein Herz schon schneller. Ich bin verliebt wie ich noch nie war.
Da wir in Italien sind, kann es bei diesem Tanz natürlich nicht einfach nur darum gehen sich zu einer Melodie zu bewegen. Er muss eine Geschichte, eine Bedeutung haben.
Es ist so simpel wie es nur sein kann:
ER will SIE, SIE lässt ihn zappeln.
Sie ist die Tarantel. Diese haust natürlicherweise in meinem von ihr gesponnen Tunnel. Aus diesem kommt das Opfer nicht mehr raus, wenn es einmal drin ist. Also tanzt er um sie herum. Sie dreht sich, spinnt ihr Tunnel weiter, lässt ihn sehr nah an sich heran kommen aber wendet sich weg, wenn er glaubt sie erreicht zu haben. Er geht in die Knie vor Herzschmerz (der Sänger singt : UN DOLORE PROVENIENTE DAL CUORE - ein Schmerz kommt aus meinem Herzen), rafft sich aber wieder auf und versucht sie zu berühren... Er erreicht sie aber nie...
Mann und Frau berühren sich bei diesem Tanz NIE.
Und jetzt kommt das aller Beste an diesem Tanz. Es ist keine Schnulzenmusik!!!
Der Rhythmus und die Schritte so schnell, dass man Angst hat das Gleichgewicht zu verlieren. Innerhalb von Minuten ist man Nassgeschwitzt und die Endorphiene spielen im Blutkreislauf verrückt.
Ich habe auch schon eine Theorie wo der Name Pizzica her kommt, aber leider hat mir das noch kein Salentino bestätigen können. „Pizzicare“ ist das italienische Wort für „zwicken“ ich glaube, dass es daherkommt. Ich muss das mal Googeln...
Ich wäre gerne proffesionellle Pizzica-Tänzerin. Ich hätte es so gerne richtig gelernt und viel öfter getanzt. Es macht so glück diesen Tanz zu tanzen.
Naja, es ist jetzt halb vier Uhr in der Nacht. In 6,5 Stunden bin ich für einen Tag in Firenze um in Firenze noch ein echtes Florentina-Steak zu essen. Man nächsten morgen reise ich weiter nach Verona, wo ich in der Arena „Tosca“ zusammen mit meinen lieben Freunden aus Süd Tirol sehen werde.
Wenn ich so darüber nachdenke ist meine freie Zeit schon fast um und wisst ihr was das Schlimmste daran ist, wenn man weg von allem ist während das Leben für die Anderen ganz normal weiter geht? Man ist sich nie sicher, ob man vergessen oder vermisst wird...
So, ich schlafe jetzt besser mal, sonst bin ich morgen Bewegungsunfähig. Nacht
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Samstag, 18. August 2012
das Universum macht was es will...
sarina1809, 04:50h
Ich wollte es wirklich nicht tun! Ich habe es mir verkniffen und das Bedürfnis danach unterdrückt.
Ich hatte geplant einfach mal 2,5 Monate komplett ohne dieses Thema auszukommen, nachdem es mich die letzten Jahre erfüllt und leer gesaugt hat. Aber, wie es immer so ist, das Universum plant anders als wir. Die letzten Tage hat es mich nämlich am Pferdeschwanz gepackt und mich mit dem Gesicht in das Thema herein gedrückt. Daher sehe ich mich gezwungen doch über DAS THEMA zu schreiben: "mein Partner und warum ich Keinen hab"!!!
Meine beiden Mitbewohnerinnen sind mit Italiener zusammen und jeder von euch, der das liest und Marina kennt, weiß genau was ich meine, wenn ich schreibe, dass die Russin unter den Mitbewohnerinnen mir regelmäßig völlig emotionslos, gleichgültig und frei von Mimiken Bericht erstattet, warum italienische Männer die einzig richtige Wahl sind. Sie erklärt mir, dass Italiener echte „Männer“ sind und nicht wie die (entschuldigt bitte meine Wortwahl, aber es sind ihre Worte) „Männer ohne Eier in Nordeuropa, die davon überzeugt sind, dass sie die Lösung sind“.
Bisher habe ich mich auch weiter mit diesem Thema nicht befasst, denn auch wenn der ein oder andere italienische Name mein Herz schon mal springen lassen hat, sind Italiener an sich völlig uninteressant für mich.
Aber gestern ist was phantastisches passiert und zusammen mit dem Wissen, dass ich von meinen Mitbewohnerinnen habe, muss ich meine Einstellung vielleicht ändern. Aber das erzähle ich gleich...
In Deutschland ist es normalerweise so, dass Männer den Schwanz einziehen und davonlaufen, wenn sie hören, was ich beruflich mache. Es sei denn, sie sind bereits vergeben oder verheiratet. In diesen Fällen sind sie für gewöhnlich unglaublich anhänglich, (mir) treu und erklären mir, dass sie nicht verstehen können, dass andere Männer davonlaufen und nicht versuchen mich „für sich zu gewinnen“. Auch diese Wörter kommt nicht von mir. Ihr wärt erstaunt, wieviele Männer diesen Ausdruck benutzen. Die Männer, die das sagen und mir auch beteuert, dass sie es versuchen würden, wenn sie nicht blöderweise vergeben wären, sind in den allermeisten Fällen verheiratet mit einer Hausfrau oder Sachbearbeiterin bei der Deutschen Bank. Klar, es lässt sich leicht über das Bergsteigen reden, wenn man immer nur Strandurlaub macht...
Aus diesen Gründen bin ich in Deutschland darauf umgestiegen, so wenig wie möglich über mein Job zu erzählen. Was an der Reaktion -Schwanz einziehen und davonlaufen, nichts ändert, sondern diese nur heraus zögert.
Wie dem auch sei, hier passiert mir regelmäßig das Gegenteil. Zu Beginn habe ich hier (wie in Deutschland) immer gesagt, dass ich "im Verkauf arbeite". Ich finde nämlich, dass das nicht gelogen ist, sondern eine (wie ich es nenne) „Berater-Wahrheit“. Sehr schnell habe ich aber festgestellt, dass kein Mann davon gelaufen ist, wenn er mehr über meinen Job erfahren hat. Im Gegenteil! Sie machen mir unendlich viele Komplimente, finden es super spannend, wollen mehr hören, mich unbedingt wieder sehen und der Knaller war neulich ein Heiratsantrag, nachdem er erfahren hat, dass ich boxe.
Gut, die Ernsthaftigkeit sei hier mal in Frage gestellt, aber die regelmäßige Reaktion auf mein Hobbie in Deutschland ist ein Augen aufreißen und die Frage „richtig boxen??“ Bis heute weiß ich nicht was „unrichtiges boxen“ ist.
Und jetzt zu dem, was gestern passiert ist. Ich saß in meinem Lieblings-Internetcafé mit der tollen Aussicht auf das Amphitheater und der Stadt, als eine Frau sich zufällig an den Nebentisch gesetzt hat. Nach ein paar Minuten haben wir uns unterhalten, sie hat mir gesagt, dass sie aus dem Norden kommt, 3 Kinder hat und und und.
Dann habe ich etwas von mir erzählt (natürlich nur soviel wie es mein italienisch es zulässt) und plötzlich fing sie an persönlicher zu werden. Ob ich verheiratet wär', einen Freund habe, gerne heiraten würde … Ehe ich die Situation richtig einschätzen konnte hat sie zwei Fotos von ihrem (ehrlicherweise wirklich gutaussehenden) Sohn ausgepackt und mir erklärt, dass er genau MICH sucht (mal im Ernst, das ist doch verrückt, wer hat den heute noch echte Fotos bei sich, wenn er alles im Handy haben kann??). Er wäre Nichtraucher, selbstständig und es wäre kein Problem für sie, wenn er nach Deutschland ziehen würde und, dass sie nicht möchte, dass er eine Italienerin findet und heiratet, weil diese nur heiraten wollen um Zuhause bleiben zu können um dann das Geld des Gatten auszugeben. Seine Meinung zu all dem hat sie allerdings nicht gesagt.
Naja, sie hat mir seine Nummer gegeben und ich möchte ihn doch BITTE anrufen. Ich würde ihr eine riesengroße Freude machen und er freut sich auch!
Ich hab die Nummer eingesteckt und bin Heim gelaufen. Auf dem Heimweg habe ich mir überlegt wie verrückt es wirklich ist diesen gutaussehenden, 33 jährigen Italiener an zu rufen. Immerhin wissen Mütter doch immer was das Beste für ihr Kind ist, oder? Aber meistens tu ich auch nicht was meine Mutter von mir will, was ist, wenn er das unglaublich schrecklich findet und auflegt?? Fast angekommen habe ich beschlossen die Nummer mal zu speichern, um die Sachlage ausgiebig mit meinen in Deutschland sitzenden Freundin über eine WhatsApp-Konferenz auszudiskutieren.
Und, ratet mal,... die Nummer war nicht mehr in meiner Hosentasche... ich habe die Hose fast ausgezogen und nichts in den Taschen finden können. Auch nicht die 5€ die ich dabei hatte...
Naja, auf alle Fälle habe ich beschlossen, dass nichts ohne Grund passiert. Deswegen musste ich euch darüber schreiben. Dann hat das alles immerhin einen neuen Blog-Eintrag gebracht...
Ich hatte geplant einfach mal 2,5 Monate komplett ohne dieses Thema auszukommen, nachdem es mich die letzten Jahre erfüllt und leer gesaugt hat. Aber, wie es immer so ist, das Universum plant anders als wir. Die letzten Tage hat es mich nämlich am Pferdeschwanz gepackt und mich mit dem Gesicht in das Thema herein gedrückt. Daher sehe ich mich gezwungen doch über DAS THEMA zu schreiben: "mein Partner und warum ich Keinen hab"!!!
Meine beiden Mitbewohnerinnen sind mit Italiener zusammen und jeder von euch, der das liest und Marina kennt, weiß genau was ich meine, wenn ich schreibe, dass die Russin unter den Mitbewohnerinnen mir regelmäßig völlig emotionslos, gleichgültig und frei von Mimiken Bericht erstattet, warum italienische Männer die einzig richtige Wahl sind. Sie erklärt mir, dass Italiener echte „Männer“ sind und nicht wie die (entschuldigt bitte meine Wortwahl, aber es sind ihre Worte) „Männer ohne Eier in Nordeuropa, die davon überzeugt sind, dass sie die Lösung sind“.
Bisher habe ich mich auch weiter mit diesem Thema nicht befasst, denn auch wenn der ein oder andere italienische Name mein Herz schon mal springen lassen hat, sind Italiener an sich völlig uninteressant für mich.
Aber gestern ist was phantastisches passiert und zusammen mit dem Wissen, dass ich von meinen Mitbewohnerinnen habe, muss ich meine Einstellung vielleicht ändern. Aber das erzähle ich gleich...
In Deutschland ist es normalerweise so, dass Männer den Schwanz einziehen und davonlaufen, wenn sie hören, was ich beruflich mache. Es sei denn, sie sind bereits vergeben oder verheiratet. In diesen Fällen sind sie für gewöhnlich unglaublich anhänglich, (mir) treu und erklären mir, dass sie nicht verstehen können, dass andere Männer davonlaufen und nicht versuchen mich „für sich zu gewinnen“. Auch diese Wörter kommt nicht von mir. Ihr wärt erstaunt, wieviele Männer diesen Ausdruck benutzen. Die Männer, die das sagen und mir auch beteuert, dass sie es versuchen würden, wenn sie nicht blöderweise vergeben wären, sind in den allermeisten Fällen verheiratet mit einer Hausfrau oder Sachbearbeiterin bei der Deutschen Bank. Klar, es lässt sich leicht über das Bergsteigen reden, wenn man immer nur Strandurlaub macht...
Aus diesen Gründen bin ich in Deutschland darauf umgestiegen, so wenig wie möglich über mein Job zu erzählen. Was an der Reaktion -Schwanz einziehen und davonlaufen, nichts ändert, sondern diese nur heraus zögert.
Wie dem auch sei, hier passiert mir regelmäßig das Gegenteil. Zu Beginn habe ich hier (wie in Deutschland) immer gesagt, dass ich "im Verkauf arbeite". Ich finde nämlich, dass das nicht gelogen ist, sondern eine (wie ich es nenne) „Berater-Wahrheit“. Sehr schnell habe ich aber festgestellt, dass kein Mann davon gelaufen ist, wenn er mehr über meinen Job erfahren hat. Im Gegenteil! Sie machen mir unendlich viele Komplimente, finden es super spannend, wollen mehr hören, mich unbedingt wieder sehen und der Knaller war neulich ein Heiratsantrag, nachdem er erfahren hat, dass ich boxe.
Gut, die Ernsthaftigkeit sei hier mal in Frage gestellt, aber die regelmäßige Reaktion auf mein Hobbie in Deutschland ist ein Augen aufreißen und die Frage „richtig boxen??“ Bis heute weiß ich nicht was „unrichtiges boxen“ ist.
Und jetzt zu dem, was gestern passiert ist. Ich saß in meinem Lieblings-Internetcafé mit der tollen Aussicht auf das Amphitheater und der Stadt, als eine Frau sich zufällig an den Nebentisch gesetzt hat. Nach ein paar Minuten haben wir uns unterhalten, sie hat mir gesagt, dass sie aus dem Norden kommt, 3 Kinder hat und und und.
Dann habe ich etwas von mir erzählt (natürlich nur soviel wie es mein italienisch es zulässt) und plötzlich fing sie an persönlicher zu werden. Ob ich verheiratet wär', einen Freund habe, gerne heiraten würde … Ehe ich die Situation richtig einschätzen konnte hat sie zwei Fotos von ihrem (ehrlicherweise wirklich gutaussehenden) Sohn ausgepackt und mir erklärt, dass er genau MICH sucht (mal im Ernst, das ist doch verrückt, wer hat den heute noch echte Fotos bei sich, wenn er alles im Handy haben kann??). Er wäre Nichtraucher, selbstständig und es wäre kein Problem für sie, wenn er nach Deutschland ziehen würde und, dass sie nicht möchte, dass er eine Italienerin findet und heiratet, weil diese nur heiraten wollen um Zuhause bleiben zu können um dann das Geld des Gatten auszugeben. Seine Meinung zu all dem hat sie allerdings nicht gesagt.
Naja, sie hat mir seine Nummer gegeben und ich möchte ihn doch BITTE anrufen. Ich würde ihr eine riesengroße Freude machen und er freut sich auch!
Ich hab die Nummer eingesteckt und bin Heim gelaufen. Auf dem Heimweg habe ich mir überlegt wie verrückt es wirklich ist diesen gutaussehenden, 33 jährigen Italiener an zu rufen. Immerhin wissen Mütter doch immer was das Beste für ihr Kind ist, oder? Aber meistens tu ich auch nicht was meine Mutter von mir will, was ist, wenn er das unglaublich schrecklich findet und auflegt?? Fast angekommen habe ich beschlossen die Nummer mal zu speichern, um die Sachlage ausgiebig mit meinen in Deutschland sitzenden Freundin über eine WhatsApp-Konferenz auszudiskutieren.
Und, ratet mal,... die Nummer war nicht mehr in meiner Hosentasche... ich habe die Hose fast ausgezogen und nichts in den Taschen finden können. Auch nicht die 5€ die ich dabei hatte...
Naja, auf alle Fälle habe ich beschlossen, dass nichts ohne Grund passiert. Deswegen musste ich euch darüber schreiben. Dann hat das alles immerhin einen neuen Blog-Eintrag gebracht...
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Montag, 6. August 2012
8 Nationen an einem Tisch...
sarina1809, 01:30h
Erinnert ihr euch noch an den ersten Schultag in der Grundschule nach den Sommerferien?
Wie wir Tage vorher unsere Ranzen gepackt haben? Mama 100 Argumente gebracht haben, warum wir auch in diesem Jahr wieder unbedingt ein neues Mäppchen, brandneue Stifte, die schönen Hefte mit wahlweise Pferdeköpfen oder Motorrädern drauf und -selbstredend- ein neues Hausaufgabenheft brauchen? Ab der Mittelstufe brauchten wir zwar nicht mehr jedes Jahr neue Mäppchen und Stifte und auch die Pferdeköpfe waren jetzt uncool, aber es mussten unbedingt neue Hefte auch immer ein neues Hausaufgabenheft sein. (Zumindest bis zur Oberstufe. Ab da konnte man froh sein, wenn man paar Blätter und ein Stift mit zur Schule genommen hat, wenn man denn mal überhaupt gegangen ist.)
Warum waren die diese Sachen so wichtig? Ich kann euch das beantworten. Zumindest für die weniger guten Schüler/innen -wie ich. Wir haben uns jedes Jahr zum Ende der Ferien das Gleiche vorgenommen: “in diesem Jahr mach ich alles ganz anders als im Vorjahr.“ „Dieses Jahr mache ich immer meine Hausaufgaben und schreibe alles mit was die Lehrer sagen.“ „Ich werde mit Nadine, Conny, Lena, ect. keine Briefchen mehr schreiben. Das geht echt nicht! Das lenkt mich ab.“ „Ich muss in diesem Jahr gute Noten schreiben!“
So oder so ähnlich waren sie doch die Gedanken, oder?! Naja, und um dies umsetzen zu können brauchte man natürlich neue Hefte. Die noch neu und „unbelastet“ vom schlechten Vorjahr waren. Die noch nach „neu“ gerochen haben. Die schönen, chlorfrei gebleichten Seiten haben nur darauf gewartet in einer wunderschönen Handschrift völlig motiviert voll geschrieben zu werden....
aber die Wahrheit war, dass mit dem „neu“-Geruch auch die Motivation täglich etwas mehr verflogen ist. Bald hatte man schon wieder keine Hefte für jedes einzelne Fach, sondern nur noch ein Ringelheft, wo alles rein geschrieben wurde. Auch die Briefchen mit Lena und co.
Wie ich schon wieder darauf komme? ...
Letzte Woche habe ich mir ein Lehrbuch für italienisch gekauft. Ganz stolz bin ich damit zur nächsten Piazza marschiert und habe dort darin geblättert. Und plötzlich kam es mir! Ich brauche ein neues Heft!!
Also bin ich voller Motivation aufgesprungen auf der Suche nach : Bleistiften Radierer, Spitzer, Kulis, Textmarker, einem Wörterbuch und -ganz klar- ein grosses Heft für die Grammatik und ein kleines Heft für die Vokabeln.
So bin ich also seit einer Woche bewaffnet und was passiert mit all dem?
Leute, ich sag euch, es ist ein riesen Unterschied, ob man etwas macht, weil man es WILL, oder ob man es macht, weil man es MUSS.
Ich glaube es selbst noch nicht, aber ich setzte mich tatsächlich täglich hin und lerne 3-4 oder 5 Stunden. Ich schreibe in meine Hefte, lerne meine Vokabel und auch sogar die Grammatik.
Es gibt aber leider noch einen Unterschied zur Schulzeit. Vor 10 Jahren war mein Gehirn noch im Stande Informationen auf zu nehmen! Ich lerne täglich, versuche mir Vokabel mit allen möglichen Eselsbrücken ins Hirn zu prügeln, beschrifte sogar meinen Körper, in der Hoffnung, dass das Wissen so direkt und ohne Umwege in mich rein gesogen wird (kein Witz, ich mach das echt), aber meistens mit eher mäßigem Erfolg.
Jetzt frage ich mich seit Tagen, was passiert erst in weiteren 10 Jahren? Werde ich dann völlig unfähig sein irgendwas auswendig zu lernen? Fange ich dann an alles gelernt wieder zu vergessen? Löscht mein Hirn alle „unnötigen“ Informationen und konzentriert sich nur noch auf Lebenserhaltende Maßnahmen? Wie schrecklich!! Dabei habe ich mir die letzten Wochen so viel vorgenommen.
Vor einigen Tagen ist aber mal wieder ein Wunder passiert. Eine italienisch Lehrerin, Elena, ist für den August in das letzte freie Zimmer in unsere WG gezogen. Das ist fabelhaft und das musste auch gefeiert werden.
Zur Feier des Tages habe ich gekocht und die Jungs (Elena ist eine Freundin von Marco, Marco und Massimiliano), meinen Strand-Retter Daniel und meine Mitbewohnerinnen eingeladen. Und kennt ihr den größten Unterschied zu Einladungen in Deutschland und hier? In Deutschland sagen Gäste kurzfristig ab, hier sagen sie nicht nur kurzfristig zu, sie schleppen auch gleich weitere Leute mit an. So wurden aus ursprünglich acht Gästen plötzlich 16! Unter den 16 Anwesenden waren acht Nationen: 5 Italiener, ein Franzose, ein Serbe, 3 Polen, eine Litauerin, 3 Australierinnen, ein Spanier und ganz klar, eine Deutsch-Iranerin.
Ich glaube viel mehr Nationen sitzen bei den Politiker-Treffen in Brüssel auch nicht an einem Esstisch. Nur mit den wesentlichen Unterschieden, dass wir 1. unglaublich viel Spaß zusammen hatten, 2. sogar der Franzose sich intrigiert, gutes Englisch gesprochen und sein T-Shirt zwar nicht wie die Italiener/Spanier ausgezogen, aber immerhin auf geknöpft hat und 3. wir eine gemeinsame Lösung für den Ablauf des nächsten Tages gefunden haben. Bei uns gab es also echt Erfolge. Echte Lösungen. Tolle Lösungen! Denn der folgende Tag war ein Phantastischer. Wir sind von Klippen gesprungen, mit Fischen geschwommen, haben Höhlen erforscht, sind auf eine Burg gewandert und zum Abschluss gab es für die anderen noch Muscheln zu essen. Aber Muscheln putzen dauert EWIG! Ich war zu hungrig, konnte nicht warten, bin Heim, habe mir vorher schon Nudel gemacht und bin völlig überwältigt von dem Tag eingeschlafen...

Wie wir Tage vorher unsere Ranzen gepackt haben? Mama 100 Argumente gebracht haben, warum wir auch in diesem Jahr wieder unbedingt ein neues Mäppchen, brandneue Stifte, die schönen Hefte mit wahlweise Pferdeköpfen oder Motorrädern drauf und -selbstredend- ein neues Hausaufgabenheft brauchen? Ab der Mittelstufe brauchten wir zwar nicht mehr jedes Jahr neue Mäppchen und Stifte und auch die Pferdeköpfe waren jetzt uncool, aber es mussten unbedingt neue Hefte auch immer ein neues Hausaufgabenheft sein. (Zumindest bis zur Oberstufe. Ab da konnte man froh sein, wenn man paar Blätter und ein Stift mit zur Schule genommen hat, wenn man denn mal überhaupt gegangen ist.)
Warum waren die diese Sachen so wichtig? Ich kann euch das beantworten. Zumindest für die weniger guten Schüler/innen -wie ich. Wir haben uns jedes Jahr zum Ende der Ferien das Gleiche vorgenommen: “in diesem Jahr mach ich alles ganz anders als im Vorjahr.“ „Dieses Jahr mache ich immer meine Hausaufgaben und schreibe alles mit was die Lehrer sagen.“ „Ich werde mit Nadine, Conny, Lena, ect. keine Briefchen mehr schreiben. Das geht echt nicht! Das lenkt mich ab.“ „Ich muss in diesem Jahr gute Noten schreiben!“
So oder so ähnlich waren sie doch die Gedanken, oder?! Naja, und um dies umsetzen zu können brauchte man natürlich neue Hefte. Die noch neu und „unbelastet“ vom schlechten Vorjahr waren. Die noch nach „neu“ gerochen haben. Die schönen, chlorfrei gebleichten Seiten haben nur darauf gewartet in einer wunderschönen Handschrift völlig motiviert voll geschrieben zu werden....
aber die Wahrheit war, dass mit dem „neu“-Geruch auch die Motivation täglich etwas mehr verflogen ist. Bald hatte man schon wieder keine Hefte für jedes einzelne Fach, sondern nur noch ein Ringelheft, wo alles rein geschrieben wurde. Auch die Briefchen mit Lena und co.
Wie ich schon wieder darauf komme? ...
Letzte Woche habe ich mir ein Lehrbuch für italienisch gekauft. Ganz stolz bin ich damit zur nächsten Piazza marschiert und habe dort darin geblättert. Und plötzlich kam es mir! Ich brauche ein neues Heft!!
Also bin ich voller Motivation aufgesprungen auf der Suche nach : Bleistiften Radierer, Spitzer, Kulis, Textmarker, einem Wörterbuch und -ganz klar- ein grosses Heft für die Grammatik und ein kleines Heft für die Vokabeln.
So bin ich also seit einer Woche bewaffnet und was passiert mit all dem?
Leute, ich sag euch, es ist ein riesen Unterschied, ob man etwas macht, weil man es WILL, oder ob man es macht, weil man es MUSS.
Ich glaube es selbst noch nicht, aber ich setzte mich tatsächlich täglich hin und lerne 3-4 oder 5 Stunden. Ich schreibe in meine Hefte, lerne meine Vokabel und auch sogar die Grammatik.
Es gibt aber leider noch einen Unterschied zur Schulzeit. Vor 10 Jahren war mein Gehirn noch im Stande Informationen auf zu nehmen! Ich lerne täglich, versuche mir Vokabel mit allen möglichen Eselsbrücken ins Hirn zu prügeln, beschrifte sogar meinen Körper, in der Hoffnung, dass das Wissen so direkt und ohne Umwege in mich rein gesogen wird (kein Witz, ich mach das echt), aber meistens mit eher mäßigem Erfolg.
Jetzt frage ich mich seit Tagen, was passiert erst in weiteren 10 Jahren? Werde ich dann völlig unfähig sein irgendwas auswendig zu lernen? Fange ich dann an alles gelernt wieder zu vergessen? Löscht mein Hirn alle „unnötigen“ Informationen und konzentriert sich nur noch auf Lebenserhaltende Maßnahmen? Wie schrecklich!! Dabei habe ich mir die letzten Wochen so viel vorgenommen.
Vor einigen Tagen ist aber mal wieder ein Wunder passiert. Eine italienisch Lehrerin, Elena, ist für den August in das letzte freie Zimmer in unsere WG gezogen. Das ist fabelhaft und das musste auch gefeiert werden.
Zur Feier des Tages habe ich gekocht und die Jungs (Elena ist eine Freundin von Marco, Marco und Massimiliano), meinen Strand-Retter Daniel und meine Mitbewohnerinnen eingeladen. Und kennt ihr den größten Unterschied zu Einladungen in Deutschland und hier? In Deutschland sagen Gäste kurzfristig ab, hier sagen sie nicht nur kurzfristig zu, sie schleppen auch gleich weitere Leute mit an. So wurden aus ursprünglich acht Gästen plötzlich 16! Unter den 16 Anwesenden waren acht Nationen: 5 Italiener, ein Franzose, ein Serbe, 3 Polen, eine Litauerin, 3 Australierinnen, ein Spanier und ganz klar, eine Deutsch-Iranerin.
Ich glaube viel mehr Nationen sitzen bei den Politiker-Treffen in Brüssel auch nicht an einem Esstisch. Nur mit den wesentlichen Unterschieden, dass wir 1. unglaublich viel Spaß zusammen hatten, 2. sogar der Franzose sich intrigiert, gutes Englisch gesprochen und sein T-Shirt zwar nicht wie die Italiener/Spanier ausgezogen, aber immerhin auf geknöpft hat und 3. wir eine gemeinsame Lösung für den Ablauf des nächsten Tages gefunden haben. Bei uns gab es also echt Erfolge. Echte Lösungen. Tolle Lösungen! Denn der folgende Tag war ein Phantastischer. Wir sind von Klippen gesprungen, mit Fischen geschwommen, haben Höhlen erforscht, sind auf eine Burg gewandert und zum Abschluss gab es für die anderen noch Muscheln zu essen. Aber Muscheln putzen dauert EWIG! Ich war zu hungrig, konnte nicht warten, bin Heim, habe mir vorher schon Nudel gemacht und bin völlig überwältigt von dem Tag eingeschlafen...

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Dienstag, 31. Juli 2012
the perfect Outfit...
sarina1809, 03:33h
Bevor ich meine Reise angetreten habe, hat mir eine meiner Mädels gesagt, dass das tolle an solchen Reisen ist, dass immer jemand daher kommt, der genau das hat, was ich gerade brauchen werde.
Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass dies nur der Fall sein kann, wenn man Sonja C. heißt.
Tia, aber wie es scheint, hatte Sonja Recht.
Bisher kam alles wie gerufen. Gesellschaft, Übernachtungsangebot, Wohnung... und auch das, wie ich mein Wochenende verbracht habe...
Während ich ein kleines Tief hatte, wurde ich zuerst auf ein Tagestrip an den östlichsten Punkt Italiens und dann zu einer Strand-Party am folgenden Tag eingeladen.
Da ich bei meinem letzten Night out gesehen habe wie die Frauen hier ausgehen und ich mir unter den ganzen Models etwas "nonnig" vor kam, wollte ich bei dieser Party auf Nr.-Sicher gehen und war extra einkaufen, um angemessen angezogen zu sein.
Eine Stunde bevor es los gehen sollte, habe ich mich vier mal umgezogen, bis die Entscheidung zu Gunsten eines meiner neuen, kurzen, bunten Kleider und "Highheels" -mit lediglich 5cm Absatz- ausgefallen ist.
Die Absatz"höhe" mag euch jetzt etwas überraschen, aber wie meine italienische Mitbewohnerin so schön sagt, bin ich leider etwas zu groß für dieses Land.
Bevor ich zur Tür raus gegangen bin habe ich mich bei einem letzten Blick in den Spiegel noch einmal persönlich davon überzeugt, dass alles am richtigen Platz sitzt, der Pferdeschwanz schön und mein Lippenstift perfekt aufgetragen ist.
Als mich Elena, Marco, Marco und Massemiliano gesehen haben, reagierten sie so, wie ich es mir gewünscht habe, bevor Marco mich -wie es sich für einen Italiener gehört- mit "Bellissima" angesprochen hat, um mich dann zu fragen, ob ich doch nicht mitkommen wolle???
Erst da ist mir aufgefallen, dass alle in T-Shirt, kurzer Hose und Badezeug gekleidet waren.
Bei all der Aufregung darüber, dass ich auf eine Strand-Party gehe, habe ich leider völlig ignoriert, dass es eine STRAND-party ist. Nicht nur diese Kleinigkeit habe ich ignoriert, sondern auch die Tatsache, dass mir gesagt worden war, dass wir auch dort am Strand schlafen werden.
Also mussten wir Frau "Bellissima" nochmal kurz Heim fahren, wo sie sich in eine kurze Hose, T-Shirt und Flip Flops geschmissen, den Lippenstift aus der Handtasche genommen und "zur Sicherheit" noch ein Handtuch eingepackt hat.
Nach einer Stunde völliger Planlosigkeit und 20-fachem verfahren, sind wir irgendwann am Ziel angekommen und die Party sah genau so aus, was ihr euch sowas vorstellt. Mondschein, 28 Grad, Reggae Musik, Cocktails, entspannte Menschen und -wie es sich gehört- alle barfuß im Sand am tanzen, lachen und feiern.
Es war mir ein Leichtes mich in dieser Truppe zu intigrieren. Innerhalb von 3 Minuten hatte ich ein Cocktail in der Hand, zehn Sekunden später lagen die Flip Flops zusammen mit meinem Handtuch im Sand und ich war bis zu den Knien im Meer. Nochmal weitere 5 Minuten später hatte ich Gesellschaft von 3 sehr gut aussehenden und für Italienische Verhältnisse sogar großen Männern. Über den Abend hinweg änderte sich zwar meine Gesellschaft hin und wieder, aber das änderte nichts an der Qualität.
Kurz vor Monduntergang waren die Jungs und Elena noch eine Runde Baden, bevor wir um ca. 3 Uhr beschlossen haben, schlafen zu gehen.
Nachdem ich abgelehnt hatte im Schlafsack mit einem der Marcos oder Massi zu schlafen, hat mir Daniel (ein sehr netter, freundlicher, hilfsbereiter und ja, auch gut aussehender Spanier -der in Italien lebt) völlig selbstlos angeboten, seine Iso-Matte mit ihm zu teilen, da er der Überzeugung war, dass ich mit meinem Handtuch vor Kälte eingehen werde.
Etwas widerwillig aber durch die Promille fügig gemacht, habe ich das Angebot angenommen und bin zum ersten Mal in meinem Leben Nachts an den Strand zum schlafen gegangen...
Es ist schon Wahnsinn, wenn man so da liegt, die Wellen hört, sich die Sterne am Himmel anguckt ist alles um einen herum wie ausgeschaltet. Es war so ruhig, dass ich nicht mal meinen Tinnitus hören konnte. Das Einzige was mich daran erinnert hat, dass ich nicht völlig alleine bin, war Daniels Atem in meinem Nacken.
Einige Zeit später bin ich vor kälte aufgewacht und die ganze Romantik war vergessen.
Mal im Ernst, wer hätte gedacht, das die 3 Stunden vor Sonnenaufgang so sch... kalt werden kann?!?!
Ich war kurz vor dem Kältetot und musste an meine Mama denken, die mir immer sagt, dass ich eine Nierenentzündung kriege und daran sterben kann, wenn ich mich Nachts nicht dick genug einpacke.
Gott sei Dank konnte ich aber auch dieses Problem lösen, indem ich irgendeine Decke geklaut habe die rumlag.
Nochmal einige Stunden (vielleicht auch nur Minuten) später haben uns die ersten Angler geweckt, die über die schlafende Meute gestiegen sind und über sie gelacht haben.
Nach der morgendlichen Dusche im Meer und einem gemeinsamen Frühstück sind wir wieder zurück nach Lecce gefahren.
Es war ein perfekter Abend/ Morgen am Strand und sogar mein Outfit hat gepasst...


Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass dies nur der Fall sein kann, wenn man Sonja C. heißt.
Tia, aber wie es scheint, hatte Sonja Recht.
Bisher kam alles wie gerufen. Gesellschaft, Übernachtungsangebot, Wohnung... und auch das, wie ich mein Wochenende verbracht habe...
Während ich ein kleines Tief hatte, wurde ich zuerst auf ein Tagestrip an den östlichsten Punkt Italiens und dann zu einer Strand-Party am folgenden Tag eingeladen.
Da ich bei meinem letzten Night out gesehen habe wie die Frauen hier ausgehen und ich mir unter den ganzen Models etwas "nonnig" vor kam, wollte ich bei dieser Party auf Nr.-Sicher gehen und war extra einkaufen, um angemessen angezogen zu sein.
Eine Stunde bevor es los gehen sollte, habe ich mich vier mal umgezogen, bis die Entscheidung zu Gunsten eines meiner neuen, kurzen, bunten Kleider und "Highheels" -mit lediglich 5cm Absatz- ausgefallen ist.
Die Absatz"höhe" mag euch jetzt etwas überraschen, aber wie meine italienische Mitbewohnerin so schön sagt, bin ich leider etwas zu groß für dieses Land.
Bevor ich zur Tür raus gegangen bin habe ich mich bei einem letzten Blick in den Spiegel noch einmal persönlich davon überzeugt, dass alles am richtigen Platz sitzt, der Pferdeschwanz schön und mein Lippenstift perfekt aufgetragen ist.
Als mich Elena, Marco, Marco und Massemiliano gesehen haben, reagierten sie so, wie ich es mir gewünscht habe, bevor Marco mich -wie es sich für einen Italiener gehört- mit "Bellissima" angesprochen hat, um mich dann zu fragen, ob ich doch nicht mitkommen wolle???
Erst da ist mir aufgefallen, dass alle in T-Shirt, kurzer Hose und Badezeug gekleidet waren.
Bei all der Aufregung darüber, dass ich auf eine Strand-Party gehe, habe ich leider völlig ignoriert, dass es eine STRAND-party ist. Nicht nur diese Kleinigkeit habe ich ignoriert, sondern auch die Tatsache, dass mir gesagt worden war, dass wir auch dort am Strand schlafen werden.
Also mussten wir Frau "Bellissima" nochmal kurz Heim fahren, wo sie sich in eine kurze Hose, T-Shirt und Flip Flops geschmissen, den Lippenstift aus der Handtasche genommen und "zur Sicherheit" noch ein Handtuch eingepackt hat.
Nach einer Stunde völliger Planlosigkeit und 20-fachem verfahren, sind wir irgendwann am Ziel angekommen und die Party sah genau so aus, was ihr euch sowas vorstellt. Mondschein, 28 Grad, Reggae Musik, Cocktails, entspannte Menschen und -wie es sich gehört- alle barfuß im Sand am tanzen, lachen und feiern.
Es war mir ein Leichtes mich in dieser Truppe zu intigrieren. Innerhalb von 3 Minuten hatte ich ein Cocktail in der Hand, zehn Sekunden später lagen die Flip Flops zusammen mit meinem Handtuch im Sand und ich war bis zu den Knien im Meer. Nochmal weitere 5 Minuten später hatte ich Gesellschaft von 3 sehr gut aussehenden und für Italienische Verhältnisse sogar großen Männern. Über den Abend hinweg änderte sich zwar meine Gesellschaft hin und wieder, aber das änderte nichts an der Qualität.
Kurz vor Monduntergang waren die Jungs und Elena noch eine Runde Baden, bevor wir um ca. 3 Uhr beschlossen haben, schlafen zu gehen.
Nachdem ich abgelehnt hatte im Schlafsack mit einem der Marcos oder Massi zu schlafen, hat mir Daniel (ein sehr netter, freundlicher, hilfsbereiter und ja, auch gut aussehender Spanier -der in Italien lebt) völlig selbstlos angeboten, seine Iso-Matte mit ihm zu teilen, da er der Überzeugung war, dass ich mit meinem Handtuch vor Kälte eingehen werde.
Etwas widerwillig aber durch die Promille fügig gemacht, habe ich das Angebot angenommen und bin zum ersten Mal in meinem Leben Nachts an den Strand zum schlafen gegangen...
Es ist schon Wahnsinn, wenn man so da liegt, die Wellen hört, sich die Sterne am Himmel anguckt ist alles um einen herum wie ausgeschaltet. Es war so ruhig, dass ich nicht mal meinen Tinnitus hören konnte. Das Einzige was mich daran erinnert hat, dass ich nicht völlig alleine bin, war Daniels Atem in meinem Nacken.
Einige Zeit später bin ich vor kälte aufgewacht und die ganze Romantik war vergessen.
Mal im Ernst, wer hätte gedacht, das die 3 Stunden vor Sonnenaufgang so sch... kalt werden kann?!?!
Ich war kurz vor dem Kältetot und musste an meine Mama denken, die mir immer sagt, dass ich eine Nierenentzündung kriege und daran sterben kann, wenn ich mich Nachts nicht dick genug einpacke.
Gott sei Dank konnte ich aber auch dieses Problem lösen, indem ich irgendeine Decke geklaut habe die rumlag.
Nochmal einige Stunden (vielleicht auch nur Minuten) später haben uns die ersten Angler geweckt, die über die schlafende Meute gestiegen sind und über sie gelacht haben.
Nach der morgendlichen Dusche im Meer und einem gemeinsamen Frühstück sind wir wieder zurück nach Lecce gefahren.
Es war ein perfekter Abend/ Morgen am Strand und sogar mein Outfit hat gepasst...


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Donnerstag, 26. Juli 2012
die Superlative...
sarina1809, 16:18h
Schon immer frage ich mich, warum ich mich zu Italien so hin gezogen fühle. Ich fand bisher keine Antwort. Ich finde nur Argumente gegen Italien. Ich mag keine Pasta, keine Pizza, Mozzarella muss ich nicht haben, die Weine find' ich nicht lecker und die Männer gefallen mir nicht. Aber gestern, als ich meine ersten Fussili-Nudeln selbst gedreht habe und mein Gastgeber, Marco, mir mit aller Leidenschaft erklärt hat warum selbstgemachte Nudeln nach Mama's Rezept die Besten auf der Welt sind, ist es mir wie Mehl von den Fingern gefallen... wenn Italiener was machen, dann nur in der Superlative!!!
Es gibt hier nur schwarz oder weiß, sensazionale oder brutta. Es gibt nicht NUR bella, sondern nur BELLISSIMA! Alles ist molto und troppo!
Jetzt mal im Ernst, denkt mal an die Geschiche -Rom hat ihnen als Stadt nicht gereicht, es musste ganz Europa zu Rom werden, einfache Farbe an der Decke der Sixtinischen Kapelle war nicht genug, Michelangelo musste eine komplett neue Stilrichtung erfinden um dann nicht irgendwas, sondern die "Erschaffung Adams" jahrelang auf dem Rücken zu malen! Nur irgend etwas zu Essen?Nein, es müssen die zwei bekanntesten Speisen der Welt erfunden werden, irgendeine Musik war nicht genug, es musste die wunderbare Oper daher. Selbst die "normale" Kriminalität hat durch die Mafia ihre Superlative gefunden... ihr seht, die Geschichte unterstreicht, was ich heute hier feststelle...
die schönsten Schuhe der Welt, die schönsten Frauen (naja, hier hat Iran ausnahmsweise auch das eine oder andere zu bieten :-> guckt euch nur meine Mama an!). Das beste Eis haben sie erfunden, ja Herr Gott, sogar die Pizza schmeckt hier unglaublich, Die schönste Mode wird hier gemacht (by the way, wenn alles nach Plan läuft, dann ist Neon-Farben im Sommer 2014 in Deutschland super Hipp, da hier heute schon alle in Neon ausgehen), selbst die Magersucht kommt wie es scheint aus Italien. Es hat mich eh schon immer gewundert, warum ich in Deutschland Kleidergröße 38 hab und in Italien 44. Die Damen hier sind nämlich entweder magersüchtig oder dick!! Die Sprache hat sich nicht einfach entwickelt, es wurden aus allen Regionen Italiens die schönsten Dialekte zusammengesucht und zur einer Sprache entwickelt. Muss ich da noch viel schreiben????
wie kam ich jetzt darauf??? Ach ja, warum ich mich zu Italien hingezogen fühle... Ich kann auch alles nur in der Superlative machen. Abi, schlecht genug um es ein zweites mal zu machen, beim zweiten mal genug Fehltage um ein neues Schuljahr daraus zu machen, zwei Weltkriege haben mir nicht gereicht, ich habe sogar den dritten schon Erfunden (fragt Wiebke wenn ihr dazu Details braucht), Studium relaxt zu Hause in Gießen? Nicht ich, ohne große Ankündigung und Gepäck ab nach Trier. Irgend ein Job mit 23? Quatsch! Gleich mal 30 Mitarbeiter führen und 29 im ersten Jahr entlassen, einfach mal Urlaub machen? Nein! 3 Monate Auszeit!... Ihr seht, ich bin die lebende Superlative. Es wundert hier auch keinen, wenn ich meine Geschichte erzähle. Das ist alles völlig normal hier... deswegen und weil ich die Sprache so wunderschön finde. Es ist meiner Meinung nach die schönste Sprache auf diesem Planeten und natürlich -für eine Schuh-Süchtige wie ich es bin sehr wichtig- weil das Land die Form eines Stiefels hat, fühle ich mich zu Italien unglaublich hingezogen.
Wow, was alles einem klar werden kann, wenn man nicht mehr zu tun hat als essen, schlafen, das Badezimmer aus verschiedenen Gründen besuchen und ... das war's :-) mehr hab ich hier nicht zu tun. Keine Verantwortung, kein Stress, keine stundenlangen Gespräche, keine nervige Post... NICHTS!
la dolce vita


Es gibt hier nur schwarz oder weiß, sensazionale oder brutta. Es gibt nicht NUR bella, sondern nur BELLISSIMA! Alles ist molto und troppo!
Jetzt mal im Ernst, denkt mal an die Geschiche -Rom hat ihnen als Stadt nicht gereicht, es musste ganz Europa zu Rom werden, einfache Farbe an der Decke der Sixtinischen Kapelle war nicht genug, Michelangelo musste eine komplett neue Stilrichtung erfinden um dann nicht irgendwas, sondern die "Erschaffung Adams" jahrelang auf dem Rücken zu malen! Nur irgend etwas zu Essen?Nein, es müssen die zwei bekanntesten Speisen der Welt erfunden werden, irgendeine Musik war nicht genug, es musste die wunderbare Oper daher. Selbst die "normale" Kriminalität hat durch die Mafia ihre Superlative gefunden... ihr seht, die Geschichte unterstreicht, was ich heute hier feststelle...
die schönsten Schuhe der Welt, die schönsten Frauen (naja, hier hat Iran ausnahmsweise auch das eine oder andere zu bieten :-> guckt euch nur meine Mama an!). Das beste Eis haben sie erfunden, ja Herr Gott, sogar die Pizza schmeckt hier unglaublich, Die schönste Mode wird hier gemacht (by the way, wenn alles nach Plan läuft, dann ist Neon-Farben im Sommer 2014 in Deutschland super Hipp, da hier heute schon alle in Neon ausgehen), selbst die Magersucht kommt wie es scheint aus Italien. Es hat mich eh schon immer gewundert, warum ich in Deutschland Kleidergröße 38 hab und in Italien 44. Die Damen hier sind nämlich entweder magersüchtig oder dick!! Die Sprache hat sich nicht einfach entwickelt, es wurden aus allen Regionen Italiens die schönsten Dialekte zusammengesucht und zur einer Sprache entwickelt. Muss ich da noch viel schreiben????
wie kam ich jetzt darauf??? Ach ja, warum ich mich zu Italien hingezogen fühle... Ich kann auch alles nur in der Superlative machen. Abi, schlecht genug um es ein zweites mal zu machen, beim zweiten mal genug Fehltage um ein neues Schuljahr daraus zu machen, zwei Weltkriege haben mir nicht gereicht, ich habe sogar den dritten schon Erfunden (fragt Wiebke wenn ihr dazu Details braucht), Studium relaxt zu Hause in Gießen? Nicht ich, ohne große Ankündigung und Gepäck ab nach Trier. Irgend ein Job mit 23? Quatsch! Gleich mal 30 Mitarbeiter führen und 29 im ersten Jahr entlassen, einfach mal Urlaub machen? Nein! 3 Monate Auszeit!... Ihr seht, ich bin die lebende Superlative. Es wundert hier auch keinen, wenn ich meine Geschichte erzähle. Das ist alles völlig normal hier... deswegen und weil ich die Sprache so wunderschön finde. Es ist meiner Meinung nach die schönste Sprache auf diesem Planeten und natürlich -für eine Schuh-Süchtige wie ich es bin sehr wichtig- weil das Land die Form eines Stiefels hat, fühle ich mich zu Italien unglaublich hingezogen.
Wow, was alles einem klar werden kann, wenn man nicht mehr zu tun hat als essen, schlafen, das Badezimmer aus verschiedenen Gründen besuchen und ... das war's :-) mehr hab ich hier nicht zu tun. Keine Verantwortung, kein Stress, keine stundenlangen Gespräche, keine nervige Post... NICHTS!
la dolce vita

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Montag, 23. Juli 2012
sta piovendo
sarina1809, 23:16h
die, die mich schon lange kennen wissens, die anderen erfahren es jetzt. Ich bin Rain-Woman!
Ich war zur Trockenzeit in Texas und Florida. In Texas hatte es zu dem Zeitpunkt seit 6 Monaten nicht geregnet, 3 Tage nach meiner Ankunft regnete es so stark, dass die Strassen überflutet sind. Als meine Mama und ich in Florida waren, hatte es seit 5 Monaten nicht geregnet, einen Tag nach unserer Ankunft regnete es 2 Tage lang so stark, dass wir nicht weiter fahren konnten. Meine anderen kleinen Rain-Woman Geschichten erspar' ich euch und komme direkt zu Lecce. Seit 3 Monaten gab es hier keinen Regen und jetzt ratet mal, warum ich heute nicht ausgehe, sondern mit meinen neuen Mitbewohnern in der Küche sitze und eine Nudelvariante nach der anderen esse.... ES REGNET :-)
Ich sollte unbedingt mal nach Somalia!
wie dem auch sei... meine neue WG ist sehr lustig. Eine italienische Barkeeperin, ihr Freund der Tierarzt-der am Abend Party-Fotograph ist, eine russische Praktikantin -die nie zur Arbeit geht sondern immer nur von Vodka redet, eine Amerikanerin -die eigentlich nicht hier wohnt aber immer da ist und Margaux -die es geschafft hat den Vermieter innerhalb von 10 Minuten auf zu regen, weil sie gesagt hat, dass sie eine Woche bleibt und beim zahlen festgestellt hat, dass sie nur 30€ hat und somit nur 3 Tage bleibt.
Außerdem leben hier zwei Katzen und die eine hat mich schon gekratzt. Ich mag die Viecher nicht.
Außerdem habe ich eine Sprachschule gefunden. Ab Montag gehe ich wieder zur Schule :-D 4 Stunden am Tag! Bin schon ganz aufgeregt. :-D


Ich war zur Trockenzeit in Texas und Florida. In Texas hatte es zu dem Zeitpunkt seit 6 Monaten nicht geregnet, 3 Tage nach meiner Ankunft regnete es so stark, dass die Strassen überflutet sind. Als meine Mama und ich in Florida waren, hatte es seit 5 Monaten nicht geregnet, einen Tag nach unserer Ankunft regnete es 2 Tage lang so stark, dass wir nicht weiter fahren konnten. Meine anderen kleinen Rain-Woman Geschichten erspar' ich euch und komme direkt zu Lecce. Seit 3 Monaten gab es hier keinen Regen und jetzt ratet mal, warum ich heute nicht ausgehe, sondern mit meinen neuen Mitbewohnern in der Küche sitze und eine Nudelvariante nach der anderen esse.... ES REGNET :-)
Ich sollte unbedingt mal nach Somalia!
wie dem auch sei... meine neue WG ist sehr lustig. Eine italienische Barkeeperin, ihr Freund der Tierarzt-der am Abend Party-Fotograph ist, eine russische Praktikantin -die nie zur Arbeit geht sondern immer nur von Vodka redet, eine Amerikanerin -die eigentlich nicht hier wohnt aber immer da ist und Margaux -die es geschafft hat den Vermieter innerhalb von 10 Minuten auf zu regen, weil sie gesagt hat, dass sie eine Woche bleibt und beim zahlen festgestellt hat, dass sie nur 30€ hat und somit nur 3 Tage bleibt.
Außerdem leben hier zwei Katzen und die eine hat mich schon gekratzt. Ich mag die Viecher nicht.
Außerdem habe ich eine Sprachschule gefunden. Ab Montag gehe ich wieder zur Schule :-D 4 Stunden am Tag! Bin schon ganz aufgeregt. :-D


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Sonntag, 22. Juli 2012
trink und spiel!
sarina1809, 19:02h
Hallo meine lieben Freunde,
Ui, wo fang ich nur an??
zunächst muss ich mal feststellen, dass es erstaunlich ist, dass so viele Menschen alleine reisen! Sind es nur in diesem Sommer so viele oder waren sie schon immer unterwegs und ich habe sie nie in der Menge (oder überhaupt) bemerkt? Was mich am Meisten erstaunt ist, dass es vor allem Frauen sind die allein los ziehen.
Am Abend nach dem ich mit der netten Familie in Pompeji unterwegs war, habe ich eine Französin, Margaux, kennen gelernt. Eine junge Journalistin, die auch allein durch Italien zieht. Kurz nach dem wir uns kennen gelernt hatten, beschlossen wir, dass wir am nächsten Tag gemeinsam weiter ziehen sollten.
Gesagt, getan. Leute, ich sag euch, wer glaubt, dass ich neben der Spur bin, hat noch nie so einen Menschen kennen gelernt. Sie schafft es tatsächlich ALLES zu verlegen, vergessen und verbummeln. Wie ist sie überhaupt so alt geworden???
Beispiel: am Morgen unserer Abreise stellte sie fest, dass ihr Macbook im Schließfach einer Zimmergenossin ist, die natürlich -wie zu erwarten war- ihr Schließfach abgesperrt hatte und schon unterwegs war nach Pompeji. Gott sei Dank hatten sie ihre Facebook-Namen ausgetauscht. Margaux hat ihr eine Nachricht geschrieben und wir sind los. Inzwischen ist Margaux' Macbook in Vanedig und sie mit mir hier.
Wo ist hier? Ich bin in Lecce. Lecce ist eine kleine, wunderschöne Stadt in der Provinz Puglia- im Absatz vom Stiefel.
Weil Margaux wusste, dass die Zimmergenossin mit dem Laptop nach Lecce wollte, haben wir uns ein Auto gemietet und sind auch hierher. Die Zimmergenossin und ihr Freund waren inzwischen schon hier und sind nach Venedig weiter gereist. Margaux hat es verpeilt ins Hotel zu gehen und ihr Notebook ab zu holen, da sie am Strand war.
In Lecce angekommen, haben wir unsere weitere Reise versucht -in einem Internetcafé- zu planen. Sabrina hatte mir inzwischen ein anderes Auto von Deutschland aus angemietet, da ich dem italienischen Autoverleih nicht vertraue.
Kurz nach unserer Ankunft im Internetcafé habe ich zwei Mädchen Deutsch sprechen hören.
Ich bin zu den beiden hin und habe angefangen mich mit ihnen zu unterhalten.
Wer hätte gedacht, dass das eine so schöne Bekanntschaft wird. Eines der Mädels, Tabea, hat in ihrer Wohnung ein Zimmer frei, dass sie uns direkt angeboten hat. Außerdem erklärten Tabea und Zuzanna mir, dass ich in eines der traumhaftesten Städte Italiens gelandet sei. Also habe ich das reservierte Auto bei Europcar wieder storniert und bin mit Margaux in Lecce geblieben. Die beiden sollten recht behalten. Jeder muss mal her gekommen sein. Super nette Menschen, ganz viele Strände und alle um die Ecke, Siesta von 13 – 16:30 Uhr und wenig Touristen.
Inzwischen habe ich hier wahrscheinlich ab morgen ein Zimmer in einer WG und bleibe den August hier. Also falls jemand vor hat mich zu besuchen...welcome. :-)
In den letzten 3 Tagen war ich an zwei unglaublich schönen Stränden, habe ein dutzend wunderbarer Menschen kennen gelernt, habe -wie immer- bei Trinkspielen haushoch verloren (ständig hieß es: Sarina, bois et jeu!) , unglaublich gutes Eis gegessen, eine zuckersüße 13Kg Wassermelone für 3,82€ gekauft, zuspät daran gedacht, dass die Wassermelone ja auch Heim getragen werden will (lauft ihr mal mit 13 Kilo 10 Minuten rum) bin die Treppen -im nüchternen Zustand- HOCHgefallen sodass mein linker Fuß komplett blau ist, bin ZUM ERSTEN MAL in zehn oder fünfzehn Jahren Fahrrad gefahren um von A nach B zu kommen (es stimmt, man verlernt es echt nicht), habe erstaunlich viel Französisch gesprochen und bin völlig erstaunt, dass ich es noch kann und habe eine Tandem-Partnerin für Italienisch gefunden. Ach ja, und ich habe einen Box-Club gefunden. Morgen kümmere ich mich mal darum da rein zu kommen.
Margaux ist auch noch hier, aber ich habe keine Ahnung wie lange sie vor hat zu bleiben. Aktuell möchte sie auch ein Zimmer in einer WG finden. Ich weiß es nicht aber ich muss sagen, so viel Verpeiltheit und Unorganisiertheit mich irre macht! Das so-was von mir kommt ist schon seltsam, zumal mein Pan hier „kein Plan“ ist, aber ich war wohl inzwischen zu lang im Berufsleben für so-was. Oder ich in zu alt oder wie sie sagt zu Deutsch dafür.
Wisst ihr, im letzten Jahr hatte sich mein Bild von den Menschen sehr verschlechtert. Für mich waren die meisten Menschen Lügner, Egoisten, Betrüger und Heuchler. Hier muss ich wirklich sagen bin ich auf dem Weg eines Besseren belehrt zu werden. Ich weiß nicht ob es an Italien liegt, an der Sonne oder ob es tatsächlich überall so ist und ich sehe es einfach nicht mehr, aber ich habe so viele nette, hilfsbereite, freundliche, ehrliche Menschen kennen gelernt, dass ich langsam wieder Spaß an der Gesellschaft anderer Menschen habe. Zunächst dachte ich, dass es nur die Italiener sind, aber dann die belgische Familie, Orla, Tabea, Zuzanna und Ben (Tabeas französischer Freund, der sich um meine WG gekümmert hat). Ich hoffe echt, dass es so weiter geht.
Ich halte euch auf dem Laufenden...
Ui, wo fang ich nur an??
zunächst muss ich mal feststellen, dass es erstaunlich ist, dass so viele Menschen alleine reisen! Sind es nur in diesem Sommer so viele oder waren sie schon immer unterwegs und ich habe sie nie in der Menge (oder überhaupt) bemerkt? Was mich am Meisten erstaunt ist, dass es vor allem Frauen sind die allein los ziehen.
Am Abend nach dem ich mit der netten Familie in Pompeji unterwegs war, habe ich eine Französin, Margaux, kennen gelernt. Eine junge Journalistin, die auch allein durch Italien zieht. Kurz nach dem wir uns kennen gelernt hatten, beschlossen wir, dass wir am nächsten Tag gemeinsam weiter ziehen sollten.
Gesagt, getan. Leute, ich sag euch, wer glaubt, dass ich neben der Spur bin, hat noch nie so einen Menschen kennen gelernt. Sie schafft es tatsächlich ALLES zu verlegen, vergessen und verbummeln. Wie ist sie überhaupt so alt geworden???
Beispiel: am Morgen unserer Abreise stellte sie fest, dass ihr Macbook im Schließfach einer Zimmergenossin ist, die natürlich -wie zu erwarten war- ihr Schließfach abgesperrt hatte und schon unterwegs war nach Pompeji. Gott sei Dank hatten sie ihre Facebook-Namen ausgetauscht. Margaux hat ihr eine Nachricht geschrieben und wir sind los. Inzwischen ist Margaux' Macbook in Vanedig und sie mit mir hier.
Wo ist hier? Ich bin in Lecce. Lecce ist eine kleine, wunderschöne Stadt in der Provinz Puglia- im Absatz vom Stiefel.
Weil Margaux wusste, dass die Zimmergenossin mit dem Laptop nach Lecce wollte, haben wir uns ein Auto gemietet und sind auch hierher. Die Zimmergenossin und ihr Freund waren inzwischen schon hier und sind nach Venedig weiter gereist. Margaux hat es verpeilt ins Hotel zu gehen und ihr Notebook ab zu holen, da sie am Strand war.
In Lecce angekommen, haben wir unsere weitere Reise versucht -in einem Internetcafé- zu planen. Sabrina hatte mir inzwischen ein anderes Auto von Deutschland aus angemietet, da ich dem italienischen Autoverleih nicht vertraue.
Kurz nach unserer Ankunft im Internetcafé habe ich zwei Mädchen Deutsch sprechen hören.
Ich bin zu den beiden hin und habe angefangen mich mit ihnen zu unterhalten.
Wer hätte gedacht, dass das eine so schöne Bekanntschaft wird. Eines der Mädels, Tabea, hat in ihrer Wohnung ein Zimmer frei, dass sie uns direkt angeboten hat. Außerdem erklärten Tabea und Zuzanna mir, dass ich in eines der traumhaftesten Städte Italiens gelandet sei. Also habe ich das reservierte Auto bei Europcar wieder storniert und bin mit Margaux in Lecce geblieben. Die beiden sollten recht behalten. Jeder muss mal her gekommen sein. Super nette Menschen, ganz viele Strände und alle um die Ecke, Siesta von 13 – 16:30 Uhr und wenig Touristen.
Inzwischen habe ich hier wahrscheinlich ab morgen ein Zimmer in einer WG und bleibe den August hier. Also falls jemand vor hat mich zu besuchen...welcome. :-)
In den letzten 3 Tagen war ich an zwei unglaublich schönen Stränden, habe ein dutzend wunderbarer Menschen kennen gelernt, habe -wie immer- bei Trinkspielen haushoch verloren (ständig hieß es: Sarina, bois et jeu!) , unglaublich gutes Eis gegessen, eine zuckersüße 13Kg Wassermelone für 3,82€ gekauft, zuspät daran gedacht, dass die Wassermelone ja auch Heim getragen werden will (lauft ihr mal mit 13 Kilo 10 Minuten rum) bin die Treppen -im nüchternen Zustand- HOCHgefallen sodass mein linker Fuß komplett blau ist, bin ZUM ERSTEN MAL in zehn oder fünfzehn Jahren Fahrrad gefahren um von A nach B zu kommen (es stimmt, man verlernt es echt nicht), habe erstaunlich viel Französisch gesprochen und bin völlig erstaunt, dass ich es noch kann und habe eine Tandem-Partnerin für Italienisch gefunden. Ach ja, und ich habe einen Box-Club gefunden. Morgen kümmere ich mich mal darum da rein zu kommen.
Margaux ist auch noch hier, aber ich habe keine Ahnung wie lange sie vor hat zu bleiben. Aktuell möchte sie auch ein Zimmer in einer WG finden. Ich weiß es nicht aber ich muss sagen, so viel Verpeiltheit und Unorganisiertheit mich irre macht! Das so-was von mir kommt ist schon seltsam, zumal mein Pan hier „kein Plan“ ist, aber ich war wohl inzwischen zu lang im Berufsleben für so-was. Oder ich in zu alt oder wie sie sagt zu Deutsch dafür.
Wisst ihr, im letzten Jahr hatte sich mein Bild von den Menschen sehr verschlechtert. Für mich waren die meisten Menschen Lügner, Egoisten, Betrüger und Heuchler. Hier muss ich wirklich sagen bin ich auf dem Weg eines Besseren belehrt zu werden. Ich weiß nicht ob es an Italien liegt, an der Sonne oder ob es tatsächlich überall so ist und ich sehe es einfach nicht mehr, aber ich habe so viele nette, hilfsbereite, freundliche, ehrliche Menschen kennen gelernt, dass ich langsam wieder Spaß an der Gesellschaft anderer Menschen habe. Zunächst dachte ich, dass es nur die Italiener sind, aber dann die belgische Familie, Orla, Tabea, Zuzanna und Ben (Tabeas französischer Freund, der sich um meine WG gekümmert hat). Ich hoffe echt, dass es so weiter geht.
Ich halte euch auf dem Laufenden...
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