Dienstag, 11. September 2012
the perfect City...
Nach drei wundervollen Tagen in Trieste in Begleitung von noch einem weiteren "Flüchtling" aus England sitze ich an der Piazza Vecchia (der alte Platz) in Bergamo -Alta. Links neben mir spielen die Kinder Verstecken und auch hier wird -wie damals bei uns- bei diesem Spiel geschummelt was das Zeug hält.
Bergamo ist aufgeteilt in Citta Bassa (Untere Stadt) und Città Alta (obere Stadt). Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Kirche besitzt zwei Drittel der Stadt und der restliche Besitzt ist unter den Einzelhändlern und einer Hand voll Familien aufgeteilt.
Die Kinder spielen wie erwähnt auf der Straße, die Alten beobachten die Lage und schimpfen die Kinder, wenn sie zu schnell an ihnen vorbei rennen.
Wenn die paar Mercedes' und BMWs hier nicht wären, könnte man glauben, dass die Stadt vor 400 Jahren aufgehört hat sich zu verändern. Zumindest auf den ersten Blicken ist Bergamo auf alle Fälle sowas wie eine perfekte Stadt. Auch mein Gastgeber, Gianfranco, kann das nur bestätigen.
Aber zurück zu Trieste.
Obwohl nur 130 Kilometer von Venedig entfernt und direkt an der Grenze zu Slowenien ist Trieste die Stadt in Europa, die am wenigsten als touristische Stadt bekannt ist.
Aber ich habe diese Stadt gefunden und dort mal wieder Menschen, die meinen Aufenthalt erheblich verschönert haben.
Paul, ein Engländer, der vor 7 Jahren aus England weg ist um seine "perfekte Stadt" zu finden, hat nachdem er Nürnberg, Amsterdam und Budapest "ausprobiert" hat, vor 4 Jahren Trieste für sich entdeckt.
Dort lebt er inzwischen, arbeitet als Englischlehrer und in seiner Freizeit setzt er sich in sein Boot und segelt davon. Zusammen sind wir in meinen drei Tagen in Trieste nach Slowenien und ein Tag in See gestochen. Auf hoher See haben wir über unsere Träume und Wünsche philosophiert.
Das Schönste am "rum-philosophieren" ist, dass man viele Baustellen auf macht, aber keiner erwartet, dass sie wirklich geschlossen werden. Also haben wir das wie ein Sport betrieben und als wir dann Seekrank waren, haben wir -am Festland angekommen-, nach einer kurzen Erholungspause für unsere Mägen, diese Sportart zusammen mit einem weiteren Glück-Suchenden (Ryan aus den Staaten) wieder weiter betrieben.
Ich sag euch, rum-philosophieren geht am besten auf Festland, in netter Begleitung, zusammen mit viel gutem Essen und etwas Wein. Das ist meine Erfahrung nach 62 Tagen reisen.
Wow, es sind schon 62 Tage und ich verspüre noch keinen Drang nach Hause zu kommen.
Bevor ich gefahren bin hat eine sehr geschätzte Kollegin mir gesagt, dass zwei ein halb Monate nie im Leben genug sind und ich solle länger weg bleiben. Da habe ich noch gedacht, das ich nach 2 Wochen zurück kommen werde, aber am Ende zeigt sich, dass sie Recht hatte.
Aber wie die Italiener sagen, "beh.., ma..., è così"
Also ich komme mit großen Schritten auf Deutschland zu und in ein paar Tagen sitze ich wieder in Rosport.
Bis dahin reise ich weiter und morgen fahre ich Richtung Konstanz zu meiner lieben Freundin, Juliane und mit ihr und ihrem Sprössling die steilsten Berge zu erklimmen. Ich freu mich schon...

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