Freitag, 24. August 2012
Tramontana und drei unterschiedliche Frauen...
Vor einigen Tagen ist der neue Wind eingekehrt. Der Nordwind „Tramontana“ ist kühler und etwas heftiger und wie Fräulein Smilla, habe ich auch das Bedürfnis gespürt mit dem Wind weiter in den Norden zu ziehen. Also habe ich -Deutsch wie ich bin- einen Plan gemacht, wann ich wie, wohin fahren kann, hab ein Ticket für die Busfahrt Lecce-Florenz gekauft und auch schon ein Hotel in Florenz gebucht.
Am folgenden Abend habe ich Stephanie (erinnert ihr euch, die Chemikerin aus England) und eine andere sensationelle Frau -Martina- getroffen. Zusammen mit ihnen, Massimiliano und Marco sind wir auf eine Geburtstagsparty am Strand mit anschließender Übernachtung und Strand-hopping am folgenden Tag gefahren.
Kurz zum Ablauf der Abfahrt: Zur gemeinsamen Abfahrt aller geladenen Party-Gäste wurde der Busbahnhof ausgewählt. Ansage vom Geburtstagskind war: PÜNKTLICH um 21 Uhr. Marco und ich waren um kurz vor 21 Uhr da und gerade, als ich die Hoffnung verloren hatte, dass irgendwer auftaucht, meine Laune immer weiter sank und fester Überzeugung war, dass Marco mich nur aufheitern will, wenn er sagt, dass die Anderen gleich kommen, sind die Anderen ab 21:45 Uhr nach und nach tatsächlich eingetrudelt. Als ich dem Geburtstagskind (der mit völliger Selbstverständlichkeit eine Stunde zu spät gekommen ist) gesagt habe, dass ich froh bin, dass es nicht geregnet hat während wir eine Stunde gewartet haben, fragte er mit tatsächlich nur völlig erstaunt, warum ich denn schon so früh da gewesen wär'?!?!
Gegen 23 Uhr sind wir dann abgefahren Richtung Party-Laktation. Gegen Mitternacht hatten wir es uns endlich an unserer Stelle am Strand bequem gemacht, die Anlage war aufgebaut, die Musik zum lief, das Lagerfeuer war unter Kontrolle gebracht, die Ersten waren im Wasser und die erste Runde war schon leer getrunken. Die Party hatte begonnen...
Über Stephanie habt ihr ja schon gelesen, Martina, ist eine 33-jährige Tschechin die für eine Plattenfirma arbeitet und da sie von überall aus auf der Welt arbeiten kann, hat sie sich beschlossen hier in Salento zu bleiben, wo die Menschen so herzlich und freundlich, die Strände wie gemalt sind, das Wetter hervorragend ist und die Männer so auf Blondinen abfahren. Hier lebt und arbeitet sie jetzt und will sich erst einmal nicht mehr trennen.
So unterschiedlich wie drei Frauen nur sein können, so unterschiedlich sind Martina, Stephanie und ich. Trotzdem waren wir ab ca. 23 Uhr schon völlig verliebt ineinander, haben Pläne für die Zukunft geschmiedet und uns gefreut, dass wir den Abend bis zum folgenden Sonnenuntergang miteinander genießen können.
Nach eine Nacht voller Tanz, Freude, Lachen und tollen Gesprächen, bin ich mitten im traumhaft schönen Sonnenaufgang eingeschlafen und wurde zwei Stunden später von meinem nassen Hintern geweckt. Solltet ihr mal am Strand schlafen wollen, dann merkt euch jetzt schon meine Worte: Legt euch möglichst weit weg vom Wasser hin, denn Wasser ist nass und bleibt nicht starr an einem Punkt. Es bewegt sich auf den Strand zu!!!  kurz danach bin ich eingeschlafen
Nachdem alle wach waren, haben wir fünf einen Tag am Meer einem unglaublich schönen Steinstrand verbracht. das wasser ist soo unglaublich klar! und die dame in rot ist martina
Zum Mittagsschlaf haben wir uns unter die Bäume gelegt und während die Anderen geschlafen haben, habe ich über die vielen spannenden, tollen, guten Menschen philosophiert, die ich hier treffe und was für ein Glück ich habe sie kennen zu lernen.
Kurz, am Ende des Tages war mir klar, dass ich noch nicht bereit bin mich von dieser Stadt und den Menschen zu trennen (ehrlicherweise haben Stephanie und Martina mir auch wenig Auswahl gelassen).
Und da ich Iranerin genug bin um alle gemachten Pläne wieder völlig zu verwerfen, habe ich den Tramontana vorerst alleine ziehen lassen, das Hotelzimmer in Florenz storniert und die 12 Stunden Busfahrt um eine Woche verschoben. Jetzt freue ich mich auf eine weitere Woche mit diesen tollen Menschen.

... link (0 Kommentare)   ... comment