Dienstag, 31. Juli 2012
the perfect Outfit...
Bevor ich meine Reise angetreten habe, hat mir eine meiner Mädels gesagt, dass das tolle an solchen Reisen ist, dass immer jemand daher kommt, der genau das hat, was ich gerade brauchen werde.
Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass dies nur der Fall sein kann, wenn man Sonja C. heißt.
Tia, aber wie es scheint, hatte Sonja Recht.
Bisher kam alles wie gerufen. Gesellschaft, Übernachtungsangebot, Wohnung... und auch das, wie ich mein Wochenende verbracht habe...
Während ich ein kleines Tief hatte, wurde ich zuerst auf ein Tagestrip an den östlichsten Punkt Italiens und dann zu einer Strand-Party am folgenden Tag eingeladen.
Da ich bei meinem letzten Night out gesehen habe wie die Frauen hier ausgehen und ich mir unter den ganzen Models etwas "nonnig" vor kam, wollte ich bei dieser Party auf Nr.-Sicher gehen und war extra einkaufen, um angemessen angezogen zu sein.
Eine Stunde bevor es los gehen sollte, habe ich mich vier mal umgezogen, bis die Entscheidung zu Gunsten eines meiner neuen, kurzen, bunten Kleider und "Highheels" -mit lediglich 5cm Absatz- ausgefallen ist.
Die Absatz"höhe" mag euch jetzt etwas überraschen, aber wie meine italienische Mitbewohnerin so schön sagt, bin ich leider etwas zu groß für dieses Land.
Bevor ich zur Tür raus gegangen bin habe ich mich bei einem letzten Blick in den Spiegel noch einmal persönlich davon überzeugt, dass alles am richtigen Platz sitzt, der Pferdeschwanz schön und mein Lippenstift perfekt aufgetragen ist.
Als mich Elena, Marco, Marco und Massemiliano gesehen haben, reagierten sie so, wie ich es mir gewünscht habe, bevor Marco mich -wie es sich für einen Italiener gehört- mit "Bellissima" angesprochen hat, um mich dann zu fragen, ob ich doch nicht mitkommen wolle???
Erst da ist mir aufgefallen, dass alle in T-Shirt, kurzer Hose und Badezeug gekleidet waren.
Bei all der Aufregung darüber, dass ich auf eine Strand-Party gehe, habe ich leider völlig ignoriert, dass es eine STRAND-party ist. Nicht nur diese Kleinigkeit habe ich ignoriert, sondern auch die Tatsache, dass mir gesagt worden war, dass wir auch dort am Strand schlafen werden.
Also mussten wir Frau "Bellissima" nochmal kurz Heim fahren, wo sie sich in eine kurze Hose, T-Shirt und Flip Flops geschmissen, den Lippenstift aus der Handtasche genommen und "zur Sicherheit" noch ein Handtuch eingepackt hat.
Nach einer Stunde völliger Planlosigkeit und 20-fachem verfahren, sind wir irgendwann am Ziel angekommen und die Party sah genau so aus, was ihr euch sowas vorstellt. Mondschein, 28 Grad, Reggae Musik, Cocktails, entspannte Menschen und -wie es sich gehört- alle barfuß im Sand am tanzen, lachen und feiern.
Es war mir ein Leichtes mich in dieser Truppe zu intigrieren. Innerhalb von 3 Minuten hatte ich ein Cocktail in der Hand, zehn Sekunden später lagen die Flip Flops zusammen mit meinem Handtuch im Sand und ich war bis zu den Knien im Meer. Nochmal weitere 5 Minuten später hatte ich Gesellschaft von 3 sehr gut aussehenden und für Italienische Verhältnisse sogar großen Männern. Über den Abend hinweg änderte sich zwar meine Gesellschaft hin und wieder, aber das änderte nichts an der Qualität.
Kurz vor Monduntergang waren die Jungs und Elena noch eine Runde Baden, bevor wir um ca. 3 Uhr beschlossen haben, schlafen zu gehen.
Nachdem ich abgelehnt hatte im Schlafsack mit einem der Marcos oder Massi zu schlafen, hat mir Daniel (ein sehr netter, freundlicher, hilfsbereiter und ja, auch gut aussehender Spanier -der in Italien lebt) völlig selbstlos angeboten, seine Iso-Matte mit ihm zu teilen, da er der Überzeugung war, dass ich mit meinem Handtuch vor Kälte eingehen werde.
Etwas widerwillig aber durch die Promille fügig gemacht, habe ich das Angebot angenommen und bin zum ersten Mal in meinem Leben Nachts an den Strand zum schlafen gegangen...
Es ist schon Wahnsinn, wenn man so da liegt, die Wellen hört, sich die Sterne am Himmel anguckt ist alles um einen herum wie ausgeschaltet. Es war so ruhig, dass ich nicht mal meinen Tinnitus hören konnte. Das Einzige was mich daran erinnert hat, dass ich nicht völlig alleine bin, war Daniels Atem in meinem Nacken.

Einige Zeit später bin ich vor kälte aufgewacht und die ganze Romantik war vergessen.
Mal im Ernst, wer hätte gedacht, das die 3 Stunden vor Sonnenaufgang so sch... kalt werden kann?!?!
Ich war kurz vor dem Kältetot und musste an meine Mama denken, die mir immer sagt, dass ich eine Nierenentzündung kriege und daran sterben kann, wenn ich mich Nachts nicht dick genug einpacke.
Gott sei Dank konnte ich aber auch dieses Problem lösen, indem ich irgendeine Decke geklaut habe die rumlag.
Nochmal einige Stunden (vielleicht auch nur Minuten) später haben uns die ersten Angler geweckt, die über die schlafende Meute gestiegen sind und über sie gelacht haben.

Nach der morgendlichen Dusche im Meer und einem gemeinsamen Frühstück sind wir wieder zurück nach Lecce gefahren.
Es war ein perfekter Abend/ Morgen am Strand und sogar mein Outfit hat gepasst...

könnt ihr den weißen Turm erkennen? das ist er, der östlichste Punkkt
der im weißen T-Shirt ist Daniel.

... link (0 Kommentare)   ... comment