Freitag, 21. September 2012
Fazit...
nach 3 schönen Tagen am Bodensee, bzw. in den Bergen, bin ich wieder in Frankfurt.
Zunächst möchte ich dass ihr alle wisst, dass drei Monate nie im Leben genug sind für eine „Auszeit“ solltet ihr selbst, oder Freunde haben, die sowas planen, ratet ihnen sich mindestens 6 Monate zu nehmen. Bei drei Monaten hat man gerade erst wieder zu sich selbst gefunden und noch gar nicht die Chance gehabt über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach zu denken.
Dennoch, ich habe in den letzten Monaten sehr genossen, tolle Menschen kennengelernt, habe gelernt, dass man mit nur einem Rucksack voll Klamotten 2 Monate hervorragend aus kommen kann, dass 3 Paar Schuhe zur Not ausreichend sind, dass ich nie genug von Eis kriegen kann, dass ich ohne Zweifel für 23 gehalten werde (was mir nach meinem 29sten Geburtstag sehr gut tut), dass das Leben immer für eine Überraschung gut ist und es keinen Sinn macht alles durch zu planen.
Nachdem ich viel mehr Frauen kennengelernt habe, die allein gereist sind oder gar ausgewandert sind, bestätigt sich wieder meine Meinung, dass Frauen mutiger sind als Männer und eher die Reißleine ziehen.
Aber die wichtigste Lektion für mich war, zu erkennen, dass man seine Frerund und das Glücklichsein nicht von einem anderen Menschen abhängig machen darf. Man muss es schaffen mit sich selbst und dem eigenen Umfeld das Glück zu finden. Ein Partner oder Baby sollte die Kirsche auf der Torte des Glücks sein.
Kurzum, so eine Reise ist wirklich das richtige für müde aber auch Antwort-suchende Seelen.
Ich bin sehr glücklich, dass ich das machen konnte.
Danke an meine Freunde, Familie und Firma, die das unterstützt haben. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen.
Ich bereite mich jetzt mal wieder auf den täglichen Wahnsinn vorbereiten...
bis bald....

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Dienstag, 11. September 2012
the perfect City...
Nach drei wundervollen Tagen in Trieste in Begleitung von noch einem weiteren "Flüchtling" aus England sitze ich an der Piazza Vecchia (der alte Platz) in Bergamo -Alta. Links neben mir spielen die Kinder Verstecken und auch hier wird -wie damals bei uns- bei diesem Spiel geschummelt was das Zeug hält.
Bergamo ist aufgeteilt in Citta Bassa (Untere Stadt) und Città Alta (obere Stadt). Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Kirche besitzt zwei Drittel der Stadt und der restliche Besitzt ist unter den Einzelhändlern und einer Hand voll Familien aufgeteilt.
Die Kinder spielen wie erwähnt auf der Straße, die Alten beobachten die Lage und schimpfen die Kinder, wenn sie zu schnell an ihnen vorbei rennen.
Wenn die paar Mercedes' und BMWs hier nicht wären, könnte man glauben, dass die Stadt vor 400 Jahren aufgehört hat sich zu verändern. Zumindest auf den ersten Blicken ist Bergamo auf alle Fälle sowas wie eine perfekte Stadt. Auch mein Gastgeber, Gianfranco, kann das nur bestätigen.
Aber zurück zu Trieste.
Obwohl nur 130 Kilometer von Venedig entfernt und direkt an der Grenze zu Slowenien ist Trieste die Stadt in Europa, die am wenigsten als touristische Stadt bekannt ist.
Aber ich habe diese Stadt gefunden und dort mal wieder Menschen, die meinen Aufenthalt erheblich verschönert haben.
Paul, ein Engländer, der vor 7 Jahren aus England weg ist um seine "perfekte Stadt" zu finden, hat nachdem er Nürnberg, Amsterdam und Budapest "ausprobiert" hat, vor 4 Jahren Trieste für sich entdeckt.
Dort lebt er inzwischen, arbeitet als Englischlehrer und in seiner Freizeit setzt er sich in sein Boot und segelt davon. Zusammen sind wir in meinen drei Tagen in Trieste nach Slowenien und ein Tag in See gestochen. Auf hoher See haben wir über unsere Träume und Wünsche philosophiert.
Das Schönste am "rum-philosophieren" ist, dass man viele Baustellen auf macht, aber keiner erwartet, dass sie wirklich geschlossen werden. Also haben wir das wie ein Sport betrieben und als wir dann Seekrank waren, haben wir -am Festland angekommen-, nach einer kurzen Erholungspause für unsere Mägen, diese Sportart zusammen mit einem weiteren Glück-Suchenden (Ryan aus den Staaten) wieder weiter betrieben.
Ich sag euch, rum-philosophieren geht am besten auf Festland, in netter Begleitung, zusammen mit viel gutem Essen und etwas Wein. Das ist meine Erfahrung nach 62 Tagen reisen.
Wow, es sind schon 62 Tage und ich verspüre noch keinen Drang nach Hause zu kommen.
Bevor ich gefahren bin hat eine sehr geschätzte Kollegin mir gesagt, dass zwei ein halb Monate nie im Leben genug sind und ich solle länger weg bleiben. Da habe ich noch gedacht, das ich nach 2 Wochen zurück kommen werde, aber am Ende zeigt sich, dass sie Recht hatte.
Aber wie die Italiener sagen, "beh.., ma..., è così"
Also ich komme mit großen Schritten auf Deutschland zu und in ein paar Tagen sitze ich wieder in Rosport.
Bis dahin reise ich weiter und morgen fahre ich Richtung Konstanz zu meiner lieben Freundin, Juliane und mit ihr und ihrem Sprössling die steilsten Berge zu erklimmen. Ich freu mich schon...

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Mittwoch, 5. September 2012
auf 'ner Alm trinkt man keinen Kaffee...
Nachdem ich einen schönen Tag in Florenz verbracht und am Abend einen phantastischen 900 gramm Florentiner-Steak gegessen habe, bin ich am nächsten Morgen um 6 Uhr aufgestanden um nach Verona weiter zu fahren um zusammen mit meinen Freunden aus Süd Tirol "Tosca" in der Arena zu schauen. Aber bevor wir das und anderes gemeinsam erleben konnten, haben Margit, Harti und Michel erstmal bewiesen, dass auch Südtirol zu Italien gehört, indem sie geschlagene 2 Stunden zu spät gekommen sind. Also habe ich hungernd vor dem Bahnhof, im Regen auf sie gewartet und mich gefragt, warum ich nach 6 Wochen in Italien immer noch nichts dazu gelernt habe. Ich hätte 2 Stunden länger schlafen können!! Ihr wisst doch was mir das bedeutet!!
Aber Wiedersehen macht Freude und lässt auch 2 Stunden Wartezeit vergessen und nachdem wir endlich was gegessen hatten, habe ich mich wirklich gefreut mit ihnen Verona zu entdecken.
Erinnert ihr euch noch an mein Blog "sta piovendo"? damals hat vielleicht der Eine oder Andere gedacht, dass ich mal wieder übertreibe, aber und wurde mal wieder bewiesen, dass ich der Rainwoman bin.
Nachdem es seit Wochen in Verona schön war, hat es an diesem Tag angefangen zu regnen. Immerhin war zur Beginn der Oper der Himmel weitestgehend klar und Tosca konnte pünktlich beginnen. Aber eben nur beginnen... exakt nach dem ersten Akt, in der ersten Pause fing es an zu regnen, sodass die restlichen zwei Akte ausgefallen sind.
Am nächsten Tag war natürlich wieder tolles Wetter und wir haben den Garda See und Trient besuchen können wo ich übernachten wollte um am nächsten Tag nach Padova zu reisen.
Tja und wie es bisher immer auf meiner Reise war, wurde nichts aus meinem Plan, denn als ich vor einem Hotel stand um mir ein Zimmer zu nehmen, hat Harti mich auf die Idee gebracht, dass ich doch mit nach St. Pankraz fahren könnte um am nächsten morgen von Meran aus weg zu fahren. Er hat im Prinzip vorgeschlagen, dass ich vom Süd-Westen weit in den Norden fahre um am nächsten Tag in den Süd-Osten zu fahren. Das hat in meinem Kopf natürlich völlig Sinn gemacht also sind wir wieder los gefahren. Jetzt gibt es nur ein Problem,... ich liebe Südtirol und das Ultental ganz besonders. Also wurde aus einer Nacht drei Nächte.
Als meine lieben Gastgeber am nächsten Tag zur Arbeit sind, habe ich meine lieblingsplätze im Tal besucht. Mein erstes Ziel war das Haus von Margits Mama. Dort habe ich Zucchini-Kuchen gegessen und mal wieder wichtige Dinge von ihr für das Leben gelernt. Zum Beispiel hat sie mir beigebracht, dass ich mir keinen Stress machen muss, wenn ich keine Zeit zum Bügeln habe. Es reicht völlig die Vorderseite zu bügeln denn die Rückseite sieht eh keiner.
Nachdem ich dann auch noch ihren Lauchauflauf probiert habe, bin ich weiter hoch in die Berge gefahren um auf meiner Lieblings-Alm mit meinem Lieblings-Wirt ein Käffchen zu trinken.
Mein Plan wurde aber von dem Stammgast "Chick" völlig zerschlagen, der, der Meinung war meinen Besuch und unser wiedersehen mit vielen kurzen, klaren Getränken feiern zu müssen. Außerdem wird bei 1902 Meter über dem Meeresspiegel und bei 12 Grad kälte kein Kaffee getrunken. Naja, und wie soll ich mich wehren?? Bin doch ein Mädchen, und Chick so groß und breit... Die Meisten von euch kennen doch Achim. Chick sieht aus wie Achim, nur dass er noch größer,breiter, der Ziegenbart viel länger und er viel brummiger ist. Ihr seht, ich hatte keine Chance...
Die Kröning des Tages waren aber 5 Lammkeulen in der Wirtschaft von Hartis Cousinen. Sollte irgendwer von euch mal im Ultental landen, dann ist es seine Pflicht in dieser Wirtschaft zu essen. Nicht nur das Essen ist genial, auch Wirte sind sensationell und alle innterlich und äußerlich so schöne Menschen!
Ja, und jetzt bin ich mit 3 Tage Verspätung in Padova.
Mal schauen was als nächstes auf mich zu kommt...

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Freitag, 31. August 2012
Ich bin verliebt aber meine Zeit ist gekommen...
Heute möchte ich euch über meine neue Liebe, meine Zeit in Lecce und meine Erlebnisse erzählen.
Aktuell sitze ich im „Pullman“ -Reisebus in Richtung Firenze. 13,5 Stunden Busfahrt und ich habe erst 3,5 hinter mich gebracht.
Vor 3,5 Stunden habe ich mich tränenreich von meinen tollen, neuen Freunden in Lecce verabschiedet. Massimiliano, Marco, Martina und Stephanie haben mich zum Bus gebracht, nachdem Marco für uns bei Martina gekocht hat. -Nicht, dass ihr dem Eindruck bekommt ich wäre hier faul, ich habe auch ein- oder zweimal gekocht und außerdem möchte Marco kochen. Er sagt immer, dass Italiener ihre Gefühle im Essen zeigen und wenn ein Italiener mal Gefühle zeigen will, kann ich ihn ja nicht hindern, oder??
Vor 5 Wochen bin ich also durch ein Zufall in Lecce gelandet und durch eine schöne Bekanntschaft im Cafè auch da hängen geblieben. Ich weiß nicht, ob es wo anders besser gewesen wäre, aber für mich war Lecce perfekt. Genau das was ich gebraucht habe.
Wie schon oft erzählt habe ich tolle Menschen kennengelernt, zum ersten Mal (und zweiten Mal) im Leben am Strand geschlafen, unglaublich gut gegessen, mal wider nach Jahren mehrmals Tränen gelacht und wunderschöne Orte gesehen. Zum Beispiel war ich vor zwei Tagen für eine Nacht in Matera. Das ist eine Stadt in den Bergen zwei Stunden nördlich von Lecce. Wenn ich IN den Bergen schreibe, dann meine ich das Buchstäblich. Denn die Stadt ist tatsächlich in die Berge hinein gebaut. Seit über 6000 Jahre leben da Menschen. Allein mit diesem Gedanken durch die Stadt zu laufen, aber auch die Menschen die so offen und interessiert sind und nicht zuletzt der kalte Nordwind „Tramontana“ bereiteten mir Gänsehaut. Alle haben bevor ich hin bin gesagt: „Matera is Magic, you will love it“ und alle hatten recht.
Außerdem bin ich zum Leid meiner Mutter von tollen Klippen herunter gesprungen und hab aus ganzer Seele dabei geschrien. Es macht so einen Spaß zu schreien. Wenn man "schreien" zum Hobby haben könnte, dann würde ich es als Hobby wählen. Es befreit, erleichtert, bringt einen selbst und andere zum Lachen, und erinnert daran, dass man gerade was außergewöhnliches erlebt. Ich liebe es!!
Wie es sich gehört, habe ich mich auch in Lecce -natürlich paar Tage vor der Abreise- gnadenlos verliebt. Dazu gleich.
Aber ich habe auch einiges über mich gelernt. Gut, zugegeben, das Meiste habe ich mir schon immer gedacht/gewusst, aber ich hätte nicht gedacht, dass Andere es auch so schnell erkennen. Zum Beispiel hat Marco, sobald er gemerkt hat, dass ich Hunger habe, mir sofort was zum Essen gebracht, weil ich angeblich hungrig nicht in der Lage bin klar zu denken und zu reden.Ts, Könnt ihr das glauben??
Ich habe hier aber auch gelernt, dass das Gras nicht immer grüner ist auf der anderen Seite zum Beispiel bin ich gestern Nacht von einem unglaublich lauten Knall aufgewacht, als ein paar Häuser entfernt irgendwas in die Luft gesprengt wurde. Ja, ihr habt richtig gelesen. Natürlich spricht keiner darüber und keiner weiß was genaues, aber hinter vorgehaltener Hand redet man davon, dass die Mafia irgendwas mit der Explosion zu tun hat.
Kommen wir aber zum schönsten Teil. Am Wochenende sind wir auf ein Fest, „Notte della Taranta“, gegangen und dort habe ich mich binnen wenigen Minuten verliebt. Ich will euch mal so schnell wie möglich erklären was die „Notte della Taranta“ ist. Die Tarantel ist bekanntermaßen eine Spinne. Diese gibt es in Salento (so nennt man das Gebiet im „Absatz“ Italiens). Ich kann auch bezeugen, dass es sie gibt, denn ich habe eine in ihrem Netz gesehen. Es gibt die Legende, dass das Gift dieser Spinne Frauen wahnsinnig macht und wenn eine Frau von ihr gestochen wurde, musste sie tanzen um das Gift aus ihrem Körper zu kriegen. Der Tanz ist sehr extrovertiert und nüchtern betrachtet auch etwas wahnsinnig. Aber, wenn man daran denkt, dass Frauen im Mittelalter kein besonders freies Leben geführt haben und sie nur wenige bis gar keine Wege hatten ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, dann ist es genau richitg, wichtig und nötig gewesen, dass es diesen Tanz gab. Jedes Verhalten (beim Tanz) wurde akzeptiert, selbst, wenn sie ihre Männer geschlagen haben, geschrien haben oder ihre Kleidung von Leib gerissen haben. (Ich finde die arabischen Länder könnten heute auch so ein Tanz gebrauchen)
Aber auf der Tarantel-Nacht tanzen nicht nur verrückte Frauen. Es wird auch Pizzica getanzt. Was ist Pizzica? Pizzica ist der schönste, erotischste, liebevollste, verspieltest und spaßigste Tanz auf dieser Welt. Vergesst Tango, Walzer und was ihr noch sonst so kennt. Wenn ihr wahre Leidenschaft sehen wollt, dann schaut euch Pizzica an. Wenn ihr Frauen euch sexy, unnahbar, erotisch, schön, begehrt und geliebt fühlen wollte, TANZT Pizzica. Nur wenn ich darüber schreibe klopf mein Herz schon schneller. Ich bin verliebt wie ich noch nie war.
Da wir in Italien sind, kann es bei diesem Tanz natürlich nicht einfach nur darum gehen sich zu einer Melodie zu bewegen. Er muss eine Geschichte, eine Bedeutung haben.
Es ist so simpel wie es nur sein kann:
ER will SIE, SIE lässt ihn zappeln.
Sie ist die Tarantel. Diese haust natürlicherweise in meinem von ihr gesponnen Tunnel. Aus diesem kommt das Opfer nicht mehr raus, wenn es einmal drin ist. Also tanzt er um sie herum. Sie dreht sich, spinnt ihr Tunnel weiter, lässt ihn sehr nah an sich heran kommen aber wendet sich weg, wenn er glaubt sie erreicht zu haben. Er geht in die Knie vor Herzschmerz (der Sänger singt : UN DOLORE PROVENIENTE DAL CUORE - ein Schmerz kommt aus meinem Herzen), rafft sich aber wieder auf und versucht sie zu berühren... Er erreicht sie aber nie...
Mann und Frau berühren sich bei diesem Tanz NIE.

Und jetzt kommt das aller Beste an diesem Tanz. Es ist keine Schnulzenmusik!!!
Der Rhythmus und die Schritte so schnell, dass man Angst hat das Gleichgewicht zu verlieren. Innerhalb von Minuten ist man Nassgeschwitzt und die Endorphiene spielen im Blutkreislauf verrückt.
Ich habe auch schon eine Theorie wo der Name Pizzica her kommt, aber leider hat mir das noch kein Salentino bestätigen können. „Pizzicare“ ist das italienische Wort für „zwicken“ ich glaube, dass es daherkommt. Ich muss das mal Googeln...
Ich wäre gerne proffesionellle Pizzica-Tänzerin. Ich hätte es so gerne richtig gelernt und viel öfter getanzt. Es macht so glück diesen Tanz zu tanzen.

Naja, es ist jetzt halb vier Uhr in der Nacht. In 6,5 Stunden bin ich für einen Tag in Firenze um in Firenze noch ein echtes Florentina-Steak zu essen. Man nächsten morgen reise ich weiter nach Verona, wo ich in der Arena „Tosca“ zusammen mit meinen lieben Freunden aus Süd Tirol sehen werde.

Wenn ich so darüber nachdenke ist meine freie Zeit schon fast um und wisst ihr was das Schlimmste daran ist, wenn man weg von allem ist während das Leben für die Anderen ganz normal weiter geht? Man ist sich nie sicher, ob man vergessen oder vermisst wird...
So, ich schlafe jetzt besser mal, sonst bin ich morgen Bewegungsunfähig. Nacht

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Freitag, 24. August 2012
Tramontana und drei unterschiedliche Frauen...
Vor einigen Tagen ist der neue Wind eingekehrt. Der Nordwind „Tramontana“ ist kühler und etwas heftiger und wie Fräulein Smilla, habe ich auch das Bedürfnis gespürt mit dem Wind weiter in den Norden zu ziehen. Also habe ich -Deutsch wie ich bin- einen Plan gemacht, wann ich wie, wohin fahren kann, hab ein Ticket für die Busfahrt Lecce-Florenz gekauft und auch schon ein Hotel in Florenz gebucht.
Am folgenden Abend habe ich Stephanie (erinnert ihr euch, die Chemikerin aus England) und eine andere sensationelle Frau -Martina- getroffen. Zusammen mit ihnen, Massimiliano und Marco sind wir auf eine Geburtstagsparty am Strand mit anschließender Übernachtung und Strand-hopping am folgenden Tag gefahren.
Kurz zum Ablauf der Abfahrt: Zur gemeinsamen Abfahrt aller geladenen Party-Gäste wurde der Busbahnhof ausgewählt. Ansage vom Geburtstagskind war: PÜNKTLICH um 21 Uhr. Marco und ich waren um kurz vor 21 Uhr da und gerade, als ich die Hoffnung verloren hatte, dass irgendwer auftaucht, meine Laune immer weiter sank und fester Überzeugung war, dass Marco mich nur aufheitern will, wenn er sagt, dass die Anderen gleich kommen, sind die Anderen ab 21:45 Uhr nach und nach tatsächlich eingetrudelt. Als ich dem Geburtstagskind (der mit völliger Selbstverständlichkeit eine Stunde zu spät gekommen ist) gesagt habe, dass ich froh bin, dass es nicht geregnet hat während wir eine Stunde gewartet haben, fragte er mit tatsächlich nur völlig erstaunt, warum ich denn schon so früh da gewesen wär'?!?!
Gegen 23 Uhr sind wir dann abgefahren Richtung Party-Laktation. Gegen Mitternacht hatten wir es uns endlich an unserer Stelle am Strand bequem gemacht, die Anlage war aufgebaut, die Musik zum lief, das Lagerfeuer war unter Kontrolle gebracht, die Ersten waren im Wasser und die erste Runde war schon leer getrunken. Die Party hatte begonnen...
Über Stephanie habt ihr ja schon gelesen, Martina, ist eine 33-jährige Tschechin die für eine Plattenfirma arbeitet und da sie von überall aus auf der Welt arbeiten kann, hat sie sich beschlossen hier in Salento zu bleiben, wo die Menschen so herzlich und freundlich, die Strände wie gemalt sind, das Wetter hervorragend ist und die Männer so auf Blondinen abfahren. Hier lebt und arbeitet sie jetzt und will sich erst einmal nicht mehr trennen.
So unterschiedlich wie drei Frauen nur sein können, so unterschiedlich sind Martina, Stephanie und ich. Trotzdem waren wir ab ca. 23 Uhr schon völlig verliebt ineinander, haben Pläne für die Zukunft geschmiedet und uns gefreut, dass wir den Abend bis zum folgenden Sonnenuntergang miteinander genießen können.
Nach eine Nacht voller Tanz, Freude, Lachen und tollen Gesprächen, bin ich mitten im traumhaft schönen Sonnenaufgang eingeschlafen und wurde zwei Stunden später von meinem nassen Hintern geweckt. Solltet ihr mal am Strand schlafen wollen, dann merkt euch jetzt schon meine Worte: Legt euch möglichst weit weg vom Wasser hin, denn Wasser ist nass und bleibt nicht starr an einem Punkt. Es bewegt sich auf den Strand zu!!!  kurz danach bin ich eingeschlafen
Nachdem alle wach waren, haben wir fünf einen Tag am Meer einem unglaublich schönen Steinstrand verbracht. das wasser ist soo unglaublich klar! und die dame in rot ist martina
Zum Mittagsschlaf haben wir uns unter die Bäume gelegt und während die Anderen geschlafen haben, habe ich über die vielen spannenden, tollen, guten Menschen philosophiert, die ich hier treffe und was für ein Glück ich habe sie kennen zu lernen.
Kurz, am Ende des Tages war mir klar, dass ich noch nicht bereit bin mich von dieser Stadt und den Menschen zu trennen (ehrlicherweise haben Stephanie und Martina mir auch wenig Auswahl gelassen).
Und da ich Iranerin genug bin um alle gemachten Pläne wieder völlig zu verwerfen, habe ich den Tramontana vorerst alleine ziehen lassen, das Hotelzimmer in Florenz storniert und die 12 Stunden Busfahrt um eine Woche verschoben. Jetzt freue ich mich auf eine weitere Woche mit diesen tollen Menschen.

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